Anrufe Telefonanlagen-Hacking: Tausende Anrufe in einer Nacht

Am Ende folgt das böse Erwachen: Wenn die Telefonanlage gehackt wurde, kann der Schaden schon einmal in die Tausende gehen. Archivfoto: dpa
Am Ende folgt das böse Erwachen: Wenn die Telefonanlage gehackt wurde, kann der Schaden schon einmal in die Tausende gehen. Archivfoto: dpa
Region / RICHARD FÄRBER 17.07.2013
Drei Fälle von "Telefonanlagen-Hacking" hat die Polizeidirektion Waiblingen jetzt gemeldet. Dabei werden, bevorzugt an freien Tagen, Telefonanlagen von Firmen manipuliert. Der Schaden geht in die Tausende.

Es ist vor allem die Nachlässigkeit, die es findigen Gaunern immer wieder ermöglicht, an das Geld anderer Leute heranzukommen. Beim sogenannten "Telefonanlagen-Hacking" ist es das Versäumnis, den werkseitig bei der Installation von Telefonanlagen vergebenen Zugangscode zu ändern. Da die Werk-Codes der meisten Anlagen im Internet kursieren, ist es für Hacker ein Leichtes, solche Anlagen für ihre Zwecke zu manipulieren.

Das Phänomen, das vor allem Firmen betrifft, ist in Deutschland nicht neu, auffällig ist aber, dass es jetzt innerhalb der letzten fünf Wochen gleich drei Unternehmen in der Region erwischt hat. Sie wurden Polizeiangaben zufolge um Summen zwischen 7000 und 22.000 Euro erleichtert. Alle drei Firmen haben ihren Sitz im Rems-Murr-Kreis; den Polizeidirektionen in der direkten Nachbarschaft, also im Ostalbkreis und im Kreis Hall, sind solche Fälle bisher nicht untergekommen.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Angriff ist eine Telefonanlage mit integrierter Voice-Mail-Funktion. Und die beste Zeit für solche Angriffe sind Wochenenden oder Tage, an denen niemand zu erreichen ist. Geeignete Opfer-Firmen werden über spezielle Internet-Suchwerkzeuge ausfindig gemacht. Passt der Werk-Code gelangen die Täter über die Voicemail-Funktion in das Konfigurationsmenü, wo sie Anrufweiterleitungen einrichten.

Bei den drei Firmen im Rems-Murr-Kreis führten diese Weiterleitungen nach Ost- und Südeuropa und nach Afrika, teilweise auch zu kostenpflichtigen Diensten. Danach wurde telefoniert, mehrere tausend Mal pro Nacht. Auch Anrufprogramme wurden dabei eingesetzt. Die Polizei geht davon aus, dass die Hacker von den Gebühren profitieren, die beim Anlagenbetreiber anfallen. Weitere Erkenntnisse liegen bisher nicht vor.

Polizei empfiehlt Schutzmaßnahmen