Eile mit Weile: Das gilt derzeit auch für die Teilortsumfahrung für Untergröningen. Im Frühjahr 2020, so der letzte Berichtsstand, sollte mit dem Bau begonnen werden, jetzt gibt’s ein Update ohne Terminangabe: „So schnell wie möglich“, teilt das Regierungspräsidium in Stuttgart auf Anfrage mit. „Aufgrund der noch erforderlichen Bearbeitungs- und Genehmigungsläufe sind verlässliche Aussagen zu einem neuen Terminplan in der aktuellen Situation nur schwer möglich.“

Die Verzögerung ist planungsbedingt: Der Verlauf der vorgesehenen Trasse wurde noch einmal überarbeitet, nachdem die Gemeinde das Haus Kiesling erwerben und abreißen konnte. Es stand in der Haller Straße unmittelbar vor der Kocherbrücke. Von hier wird die neue Trasse östlich am Ort vorbeigeführt und zweimal den Kocher kreuzen, ehe sie beim Untergröninger Markt wieder in die B 19 mündet.

Hang muss gesichert werden

Auch Unvorhergesehenes hat die Planung zurückgeworfen. Oberhalb der Haller Straße sei es zu Felsabgängen gekommen, teilt das Regierungspräsidium mit. Deshalb habe man die Pläne erneut überarbeiten müssen. Um die Verkehrssicherheit auf der B 19 weiter gewährleisten zu können, wurde in dem Bereich oberhalb des vormaligen Hauses Kiesling eine provisorische Betongleitschutzwand aufgestellt.

Insgesamt aber seien durch den Abriss des Hauses Kießling etliche Verbesserungen erreicht worden. Man habe die Linienführung optimieren und so auch die Sichtverhältnisse für die Verkehrsteilnehmer auf der künftigen B 19 verbessern können; die beiden noch zu bauenden Brücken seien nun leichter zu unterhalten. Dafür seien freilich zusätzliche Baugrunduntersuchungen notwendig geworden, weitere Planungs-, Vergabe- und Genehmigungsverfahren mussten eingeleitet werden.

Aktuell wird der Retentionsraum geplant. Das hydraulische Gutachten habe ergeben, dass der Eingriff 5300 Kubikmeter Überschwemmungsfläche kostet, die nun ausgeglichen werden müssen. Der neue Retentionsraum, auf den man sich in Abstimmung mit der Gemeinde, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Gewässerbetrieb und dem Ostalb-Landratsamt einigen konnte, liegt im Bereich der künftigen Teilortsumfahrung, es handelt sich um eine landwirtschaftlich genutzte Fläche an der Kocherschleife unterhalb des Ortes.

Ausgleichsmaßnahmen

Entsiegelungen, Rekultivierungen und Extensivierungen seien als Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, so das Regierungspräsidium. Dazu zählten die Entwicklung einer Laubwaldvegetation außerhalb des Planungsgebietes sowie Pflanz- und Aufwertungsmaßnahmen im Gewässerrandstreifen des Kochers und Gehölzpflanzungen entlang der neuen B 19.

Auch die Vorplanung des Retentionsraumes muss noch mit den Fachbehörden abgestimmt werden. Erst wenn dies und die weitere Detailplanung abgeschlossen seien, könne man die Ausführungsplanung abschließen und die Ausschreibungsunterlagen erarbeiten, teilt das Regierungspräsidium mit. Eine aussagekräftige Kostenberechnung liege zwar noch nicht vor, man gehe aber davon aus, dass der Bau der Teilortsumfahrung europaweit ausgeschrieben werden müsse.

Auch die Gemeinde plant

Die Gemeinde Abtsgmünd steht derweil in den Startlöchern. Sie hat bereits Kauf und Abriss des Hauses Kießling organisiert und wartet nun auf grünes Licht für eigene Maßnahmen. Es handelt sich um die Verlegung von Entwässerungsanlagen an der Forststeige: ein Regenüberlaufbecken, ein Pumpwerk, Kanäle, Schächte und eine Leitung, die unter dem Kocher hindurchführen wird, einen sogenannten „Düker“. Diese Maßnahmen sind durch den Bau der Straße bedingt, insofern entstehen der Gemeinde auch keine Kosten. Sie hat ihre Hausaufgaben bereits gemacht. Die Planung ist abgeschlossen, die Ausschreibung quasi versandfertig.