Oldtimer Technik-Geschichte auf zwei Rädern

Untergröningen / Wolfgang Fath 21.08.2017
Im Hof des Untergröninger Schlosses waren zahlreiche Motorrad-Oldies zu bestaunen. Bei gutem Wetter präsentierten mehr als hundert Teilnehmer ihre Schmuckstücke.

Wenn Biker-Herzen höher schlagen: Mehr als 100 Motorrad-Oldtimerbesitzer haben sich am Sonntag in Untergröningen getroffen, um ihre bestens gepflegten Zweiradschmuckstücke zu zeigen. Das älteste Gefährt war ein Zweirad der Bielefelder Firma  August Göricke aus dem Jahr 1903 mit einem Dreizylindermotor und einem so genannten „Schnüffelventil“, das sich bei Unterdruck öffnet.

Auch der Ort des Treffens ist historisch: der Hof des Untergröninger Schlosses, das heute die Ausstellungsräume des Kunstvereins KiSS und das Heimatmuseum des Heimatvereins beherbergt, die beide gestern ebenfalls geöffnet hatten. Der Motorsportclub arbeitet für das Oldtimer-Motorradtreffen, das gestern zum vierten Mal stattfand, denn auch mit dem Heimatverein zusammen.

Das gute Wetter hat seinen Teil zum Gelingen beigetragen. Hätte es geregnet, hätten viele Oldtimer-Besitzer ihr Gefährt wohl lieber in der Garage gelassen. Bereits ab 11 Uhr ging’s lebhaft zu. Sehr viele Besucher  kamen den ganzen Tag über in den Schlosshof und die teilnehmenden Oldtimerbesitzer standen überall zusammen um Erfahrungen auszutauschen und manches Interessante über ihre Maschinen zu erzählen.

 Die meisten Fahrzeuge waren schon um die Mittagszeit zu sehen, allerdings machten sich viele der Oldtimerbesitzer auch zeitig wieder auf den Nachhauseweg, denn die Liebhaber der teilweise  schon historischen Zweiräder hatten zum Teil lange Anfahrtswege und mussten ihre wertvollen und liebevoll gepflegten Motorräder entsprechend schonend fahren.

Die Gemeinde Untergröningen, das Schloss und das Kochertal seien immer wieder eine Reise wert, betonte  Klaus Ziegler vom MSC Untergröningen. Der Schriftführer des Vereins freute sich über das gute Motorradwetter und den guten Besuch.

Unter den Motorradmarken war natürlich alles vertreten, was schon in den 30er-Jahren Rang und Namen hatte. Dazu zählt beispielsweise eine Zündapp DB 200  von 1937, daneben eine NSU OSL 201 aus dem Jahr 1938. Alle Maschinen waren liebevoll gepflegt, darunter auch einige ausgesprochene Raritäten wie eine BMW R 52 aus dem Jahr 1928 mit zwei Vergasern oder, als besonderer Schatz, eine Victoria KR 3 mit zwölf PS, drei Gängen und Ketten- und Trommelantrieb aus dem Jahr 1927. Hinzu kamen  DKWs, NSUs und  BWMs aus den 50er-Jahren und sogar ein Kleinkraftrad, Baujahr 1955,  der Firma Hahn aus Backnang war zu sehen.