Straßenkinder Täglicher Kampf ums Überleben - Aktion "Straßenkind für einen Tag"

Generalprobe im Klassenzimmer: Am Montag werden die Schülerinnen und Schüler versuchen, mit Schuhputzen Geld zu verdienen.
Generalprobe im Klassenzimmer: Am Montag werden die Schülerinnen und Schüler versuchen, mit Schuhputzen Geld zu verdienen. © Foto: Tanja Sauerteig
Gaildorf / TAS/RIF 26.04.2013
Am kommenden Montag, 29. April, werden wieder zahlreiche Gaildorfer Schülerinnen und Schüler als Straßenkinder unterwegs sein. Mit dem Erlös aus der Aktion werden Kinder aus Kambodscha unterstützt.

Man sollte sich nicht wundern, wenn man am kommenden Montag in Gaildorf unterwegs ist und plötzlich auf das im Limpurger Land doch eher seltene Phänomen der Straßenkinder stößt. Die Straßenkinder, die an diesem Tag von 14 bis 17 Uhr ihre Dienste anbieten, sind zwar nicht wirklich in Not, aber sie meinen es ernst. Es handelt sich um Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis acht der Gaildorfer Haupt- und Werkrealschule, die in der Rolle von Straßenkindern Geld verdienen wollen. Die Einnahmen kommen dann wiederum Kindern zugute, die tatsächlich kein Zuhause haben.

Seit bereits acht Jahren arbeitet die Gaildorfer Ortsgruppe der Hilfsorganisation "Terre des Hommes" mit der Haupt- und Werkrealschule zusammen. Mit der Aktion "Straßenkind für einen Tag" werden Kinder auf der ganzen Welt unterstützt. Gleichzeitig gewinnen die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck von den Lebensumständen der Straßenkinder in aller Welt. Denn sie tun, was Straßenkinder tun, um zu überleben: Kleinigkeiten verkaufen, Schuhe polieren, Scheiben putzen. Zu finden sind die Schülerinnen und Schüler auch bei Edeka, Rewe und an der Tankstelle Schneider. "Terre des Hommes" selbst wird mit einem Infostand auf dem Marktplatz präsent sein.

Karin Nachbauer von "Terre des Hommes" war kürzlich zu Gast in der Parkschule, um den Schülerinnen und Schülern, den Vertrauenslehrern um Jörg Reichert sowie dem mitwirkenden Lehrerkollegium von den Straßenkindern in Kambodscha zu erzählen, die in diesem Jahr von der Aktion profitieren sollen. Zehn- bis zwanzigtausend Kinder leben dort nach Schätzung von "Terre des Hommes" auf der Straße, allein in der Hauptstadt Pnom Penh sind es etwa 1200.

"Terre des Hommes" unterstützt in Kambodscha die Nicht-Regierungsorganisation "Krousar Thmey" (deutsch: "Neue Familie"). "Krousar Thmey" unterhält mehrere "Family Houses", in denen Elternpaare mit eigenen und bis zu zehn Pflegekindern von der Straße zusammenleben. Die Straßenkinder erhalten Verpflegung, ein Bett, ärztliche Versorgung und familiäre Geborgenheit. Vor allem aber bieten sie den Kindern eine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen und Bildung zu erwerben, um von der Straße weg zu kommen.

Insgesamt unterstützen jährlich 3000 Kinder aus ganz Deutschland solche Straßenkinderprojekte. Die Straßenkinder aus Kambodscha werden auch erfahren, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland für sie gesammelt haben.