Wir erinnern uns mit großer Dankbarkeit und Respekt an die Arbeit auf dem Feld und im Wald, die Du in Deinem Leben leidenschaftlich gerne geleistet hast“ – diese liebevollen Worte formuliert die Familie in der Traueranzeige für Gerhard Hägele. Nicht nur auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb in Schönbronn in Sulzbach-Laufen zeigte der 65-Jährige zusammen mit seiner Frau Rosmarie und den drei erwachsenen Kindern unermüdlichen Einsatz.
Wann immer sein Engagement in der Gemeinde gefragt war, packte er mit an. Etwa beim 1200-Jahr-Jubiläum von Laufen im Jahr 2016. Oder bei der Feier zum Bürgermeisterwechsel 2006. Auch die Schlosskirche lag ihm am Herzen.

Gerhard Hägele war 30 Jahre lang im Gemeinderat

„Die Gemeinde Sulzbach-Laufen dankt Gerhard Hägele für sein vielfältiges Wirken und seine Tatkraft, zum Wohle der Gemeinde“, schreibt Bürgermeister Markus Bock in seinem Nachruf. 30 Jahre lang war der am 21. Januar Verstorbene Gemeinderat, davon 20 Jahre lang stellvertretender Bürgermeister. Seit 1974 war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, von 1980 bis 1995 Abteilungskommandant in Laufen. „Er war ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele“, sagen Kameraden.
Eine Herzensangelegenheit waren ihm auch der frühere Waldbauverein und nachfolgend die Forstbetriebsgemeinschaft, der er seit 1989 angehörte und deren Vorsitz er von 2004 bis 2016 innehatte.  „Der Wald war seine Passion. Man hat gut mit ihm schaffen können. Wenn er was gemacht hat, hat es geklappt“, sagen Vereinsangehörige. 2017 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Freibühlschule Engstingen Prägendes Wirken von Karl Oßwald

Engstingen

Gerhard Hägele vertrat im Gemeinderat stets seine Meinung. Was ihn auszeichnete: Es ging ihm um die Sache. Konflikte lösen, das war Gerhard Hägeles Stärke. Als „Sulzbach-Laufener“ setzte er sich für das Zusammenwachsen beider Ortsteile und den Zusammenhalt der Bürger ein. Mit seinen Gemeinderatskollegen sorgte er für einen Ausgleich, wenn sich ein Ortsteil benachteiligt fühlte. Im Juni 2019 schied Gerhard Hägele aus dem Gemeinderat aus. Zum Dank für seine Dienste wurde ihm die Bürgermedaille in Gold sowie die Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg verliehen.
Verantwortung übernehmen. Helfen. Zupacken. Werte, die sicher auch mit Gerhard Hägeles Wurzeln zu tun haben. Er wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf, den er später weiterführte. Sechs Geschwister machten seine Kindheit zu einem Gemeinschaftserlebnis. „Schönbronner schaffen zusammen. Das war vor 60 Jahren schon so und ist heute noch so“, sagt ein Zeitzeuge.

Rückzugsort Altenbergturm

Der Altenbergturm, dessen langen Prozess bis zur Errichtung 2007 er befürwortend begleitete, war ein wichtiger Ort für ihn. Mit seiner Frau Rosmarie ging er dort hinauf, um Pause zu machen, den Kopf frei zu bekommen.
Gerhard Hägele war Bürger, Verantwortungsträger, Mitgestalter. Im Bilde gesprochen: mal Einsatzleiter, mal Feuerlöscher. Immer ein Kamerad. Als er 2014 das goldene Ehrenzeichen für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr erhielt, sagte er: „Wann, wo und wie der nächste Einsatz kommt, wissen wir nicht. Da ist es gut, allzeit bereit zu sein.“
Nach vielen Einsätzen für andere brauchte Gerhard Hägele selbst Hilfe. Nach einer Knie-OP im Sommer 2020 erholte sich der 65-Jährige nicht mehr. Am Freitag wurde er unter Anteilnahme der Bürgerschaft auf dem Friedhof in Laufen beerdigt.

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