Den naturheilkundlichen Erkenntnissen des bayerischen Priesters Sebastian Kneipp zufolge zeigt Wassertreten vielfache Wirkung. Es regt den Kreislauf an, fördert die Durchblutung, beugt Krampfadern und Migräne vor und stärkt die Abwehrkräfte. Auf jeden Fall aber ist Stapfen durchs kalte Wasser wohltuend und erfrischend.

Um weitere Attraktion reicher

Kneippen kann man ab dem kommenden Samstag auch in der Freizeitanlage Wasserwelt am Eisbach. Im Rahmen des Krämermarkts übergeben Gerhard Nübel und die Männer vom Bauhof die nagelneue Wassertretanlage offiziell an die Gemeinde. Das Ensemble Kinderspielplatz, Wassertretbecken, Sitzbänke, Fischteich, Rundwanderweg, grüne Umgebung ist wie geschaffen für Erholung und Gesundheit. Damit ist die Gemeinde Sulzbach-Laufen und mit ihr der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald um eine Attraktion reicher.

Schon vor längerer Zeit hatte Bürgermeister Markus Bock die Idee, das Freizeitgelände mit dem Kinderspielplatz Wasserwelt um ein Angebot für ältere Menschen zu erweitern und dadurch weiter aufzuwerten. Bei Gerhard Nübel fand er ein offenes Ohr, doch zunächst schlief die Sache ein. Sie erwachte erst wieder, als der Bauhofleiter im Urlaub in Oberstdorf ein Wassertretbecken entdeckte und dieses genauer unter die Lupe nahm.

Von da an ließ ihn der Gedanke nicht mehr los. Er informierte seinen Chef, der ließ den Gemeinderat abstimmen, der stimmte zu – und dann war wieder Funkstille. Irgendwann im vergangenen Jahr beschlossen die Männer vom Bauhof, den Bau einer solchen Wassertretanlage in eigener Regie und auf ehrenamtlicher Basis durchzuziehen. Sie fanden Firmen, die bereit waren, Material und Werkzeuge zu sponsern; was fehlte, schoss die Gemeinde zu.

Baubeginn war im September 2018 – und jetzt ist das Prachtstück fertig. Die Maße des Beckens entsprechen genau den Kneippschen Richtlinien mit einer Wassertiefe von 37 Zentimetern und gleichmäßig fließendem Wasser. Dieses entspringt der Kirchbergquelle, speist zuerst den Marktplatzbrunnen, fließt in einem kleinen Graben über das Grundstück der Familie Zapletal in einen Schacht, von dort durch eine Rohrleitung zum Wassertretbecken, in einer Überlaufrinne weiter in den angrenzenden Karpfenteich und schwappt schließlich hinunter in den Eisbach. Somit macht das Rinnsal den Wasserwelten alle Ehre.

Wie der Storch im Salat

Nach der geglückten Premiere im März findet der Krämermarkt am 1. Juni auf dem Parkplatz oberhalb des Freizeitgeländes statt. Beginn ist um 8.30 Uhr, die Übergabe der Wassertretanlage um 11.30 Uhr. Zum Mittagstisch lädt der Kochertalchor ins nahe gelegene Adlergebäude ein.

Und so geht Kneippen: Wie der Storch im Salat durchs Wasser stapfen, bei jedem Schritt den Fuß ganz aus dem Wasser heben, die Füße danach nicht abtrocknen, sondern nur das Wasser mit den Händen abstreifen und ein wenig herumlaufen, damit die Füße wieder warm werden.

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