Mit dem einstimmigen Beitritt zum Zweckverband Breitbandausbau im Landkreis Schwäbisch Hall hat Sulzbach-Laufens Gemeinderat für schnelles Internet gestimmt. „Eine ganz wichtige Entscheidung“, so Bürgermeister Markus Bock.

Wer auf dem Land lebt, kennt das: wählt sich der dritte Teilnehmer ins Netz ein, geht die Leitung in die Knie. Filme oder Streamingdienste sind nur eingeschränkt zu nutzen, Besucher suchen die Handkurbel am Computer, mehr als zwei Fotos lassen sich nicht auf einmal verschicken – und mehr als einmal schallt aus dem Teenagerzimmer der Schrei „Sch… Internet!“

Auch in etlichen Teilorten von Sulzbach-Laufen ist das so. „Der Druck in der Bevölkerung steigt. Ich hab selbst Teenager daheim…“, so Bock.

Nachdem die Telekom sich geweigert hatte, im Auftrag der Kommunen des Landkreises einen Backbone einzurichten und die Vernetzung aufzubauen, hat der Kreis nach über zweijährigen Verhandlungen beschlossen, das selbst in die Hand zu nehmen. Bis Ende des Jahres wollen alle Kommunen im Landkreis dem Zweckverband beitreten. Der, so Bürgermeister Bock, soll dann entsprechende Profis beauftragen, das Leitungsnetz aufzubauen und zu betreiben.

Jeder Haushalt in Sulzbach-Laufen soll mit gutem Breitband versorgt werden

„Backbone“ nennt man dabei die jeweilige Hauptleitung, von der dann die Nebenleitungen in den Kommunen abzweigen.

„In den Hauptorten sind wir gar nicht so schlecht versorgt“, berichtet Bock. In Teilen von Sulzbach und Laufen könnten bis zu 50 bis 200 Mbit abgerufen werden. Allerdings eben nur in Teilbereichen. Förderung vom Land dagegen gibt es nur für Bereiche, wo die Downloadgeschwindigkeit maximal 30 Mbit beträgt. „Da haben wir aber alles abgeklopft, was geht, auch in den Außenbereichen“, so der Schultes. Sofort nach Auflegen des Förderprogramms habe er den Zuschussantrag gestellt. So komme die Gemeinde auf ein „stolzes Zehn-Millionen-Paket“.

Dafür gibt es satte 90 Prozent Zuschuss, der Gemeinde bleibt ein Eigenanteil von rund einer Million, verteilt auf vier bis fünf Jahre. „Das ist eine einmalige Chance“, sagt Bock. Langfristig sei das Ziel, jeden Haushalt in der Gemeinde mit einem Glasfaseranschluss zu versorgen.

Problematisch ist in der Kochertalgemeinde auch der Handy-Empfang. „Das ist nicht mehr zeitgemäß, das geht gar nicht“, ärgert sich Gemeinderat Wolfgang Fahr. Vertreter und Kunden der Firmen beschwerten sich immer wieder über den schlechten Empfang. „Wir haben hier Weltmarktführer und nicht mal genug Empfang, um zu telefonieren, von mobilem Datenaustausch ganz zu schweigen“, stimmt Bock zu.

Breitband im Landkreis Göppingen Internet: Wangen tritt Verband Gigabit bei

Wangen

Konkurrenz belebt das Geschäft

Mehrfach habe man zum Beispiel Vodafone aufgefordert, daran etwas zu verbessern. „Antwort haben wir nie bekommen, aber nun ist ein Baugesuch und Genehmigungsantrag für einen Handymasten eingegangen“, berichtet er. In Laufen suchen zudem Telekom beziehungsweise Mobilcom nach einem Standort für einen Masten im Bereich Heerberg/Kransburg.

Offensichtlich, so Bock, belebe auch hier Konkurrenz das Geschäft: nur acht Wochen, nachdem bekannt wurde, dass der Landkreis einen eigenen Zweckverband zum Breitbandausbau gründet, begann die Telekom in Teilen Sulzbachs Glasfaserleitungen auf bis zu 100 Mbit und VDSL aufzurüsten, also schnelles Internet einzurichten …