E-Mobilität Stromtankstellen werden immer schneller

In Oberrot wird die neueste Tankstelle im Limpurger Land in Betrieb genommen. Von links: Volker Maier, Leiter Netzservice bei der ENBW ODR, Bauleiter Gerhard Horlacher, Bürgermeister Daniel Bullinger und Heidrun Benedikter, Referentin kommunales Beziehungsmanagement bei der ODR in Ellwangen.
In Oberrot wird die neueste Tankstelle im Limpurger Land in Betrieb genommen. Von links: Volker Maier, Leiter Netzservice bei der ENBW ODR, Bauleiter Gerhard Horlacher, Bürgermeister Daniel Bullinger und Heidrun Benedikter, Referentin kommunales Beziehungsmanagement bei der ODR in Ellwangen. © Foto: privat
Oberrot / Richard Färber 16.08.2018
In Oberrot wird eine Ladestation für Elektroautos in Betrieb, in Fichtenberg ist eine weitere Anlagen im Bau. Und in Gaildorf soll ab Ende September eine Schnellladestation zur Verfügung stehen. Das Laden dauert dort nur noch Minuten.

Zwei Jahre sind eine lange Zeit, wenn’s um die technische Entwicklung der E-Mobilität geht. Vor zwei Jahren wurden im Geschäftsbereich der Energieversorgung Gaildorf drei E-Ladesäulen installiert, eine am Rathaus, eine im Schlossgraben und eine beim Rathaus in Sulzbach-Laufen. Der Amtsbote erhielt einen weißen VW up! mit Elektroantrieb, andere E-Mobilisten können sich seitdem an die auch „Wallbox“ genannten anschließen und kostenlos Strom tanken.

Zeit muss man freilich mitbringen: Die Leistung der Säulen beläuft sich auf 3,7 Kilowatt, für eine Komplettfüllung braucht’s daher Stunden. Es bietet sich daher an, das E-Mobil über Nacht ans Netz zu hängen, weshalb es abends mitunter schon zu Drängeleien gekommen sein soll. Abends und an den Wochenenden, hat Daniel Kuhn von der Gaildorfer Stadtverwaltung beobachtet, hänge schon mal ein privater E-Mobilist an der Rathaus-Wallbox.

Abrechnung per Ladekarte

Jetzt geht’s schneller. In der Zweisimmenstraße in Oberrot wurde in dieser Woche eine neue öffentliche Ladestation in Betrieb genommen. Sie hat eine Ladeleistung von 22 Kilowatt und kann von zwei E-Fahrzeugen gleichzeitig genutzt werden. Eigentümer und Betreiber ist die ENBW ODR, die derzeit großflächig in den Ausbau des öffentlichen Lade­infrastrukturnetzes investiert. Auch in Fichtenberg ist das Unternehmen aktiv. Am dortigen Bahnhof wird derzeit eine ähnliche Ladestation installiert, an der allerdings jeweils nur ein Auto Strom tanken kann.

Kostenlosen Strom gibt’s an diesen Ladesäulen allerdings nicht. Die Abrechnung erfolgt über die gängigen Ladekarten zum „Roaming-Tarif“. Die Säule in Oberrot wurde von Bürgermeister Daniel Bullinger, dem Leiter Netzservice, Volker Maier, und Heidrun Benedikter vom kommunalen Beziehungsmanagement der ODR offiziell in Betrieb genommen. Der Aufbau einer solchen Ladesäule passe zum Energie- und Klimaschutzkonzept der Gemeinde, erklärt Bullinger. Vom Standort in der Zweisimmenstraße seien viele kommunale Einrichtungen fußläufig leicht zu erreichen. Und weil sie sich in unmittelbarer Nähe zur Idyllischen Straße befinde, sei das Angebot auch für Touristen attraktiv.

Noch attraktiver dürfte die Ladestation sein, die derzeit auf dem Parkplatz vor dem Schlosspark in der Schlossstraße in Gaildorf gebaut wird und bis Ende September in Betrieb genommen werden soll. Es handle sich um eine Schnellladestation, wie man sie bisher vor allem an Autobahnen, aber kaum in der Fläche finde, sagt Bernd Faska, Kommunalberater bei der ENBW ODR. Bei einer Ladeleistung von zwei Mal 50 Kilowatt sei der Tankvorgang verlustfrei innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Beschleunigend wirke auch, dass direkt Gleichstrom getankt werde, die Gleichstromrichter der E-Fahrzeuge also nicht benötigt werden.

Säulen sind WLAN-fähig

Optional, so Faska, seien diese neuen Ladesäulen auch WLAN-fähig, heißt: Die Säulen können kommunizieren und beispielsweise einem E-Mobilisten, der tanken möchte, mitteilen, ob sie frei sind. Diese und viele andere Möglichkeiten würden aktuell aber noch nicht genutzt.

Die Gaildorfer Schnellladestation wird nicht der ENBW gehören. Die Stadt investiert einmalig 33 000 Euro und dann monatlich 70 Euro. Die ENBW selbst wird die Station allerdings betreiben und 50 Prozent des Erlöses vom Stromverkauf an die Stadt überweisen (die Rundschau hat berichtet).

Wie’s mit den drei Ladestationen im Schlossgraben und an den Rathäusern in Gaildorf und in Sulzbach-Laufen weitergeht, hängt dann vermutlich auch vom wirtschaftlichen Ergebnis der neuen Station ab. Sollte der Bedarf steigen, wäre eine Aufrüstung problemlos möglich, erklärt Faska. Die Entscheidung dafür liege aber bei der Stadt.

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