Visite Staunen im Städtle

Ortstermin vor dem Alten Schloss (von links): Sunni Herzog, auf dem Rathaus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, Bürgermeister Frank Zimmermann sowie die Grünen-Politiker Muhterem Aras, Harald Ebner und Jutta Niemann.
Ortstermin vor dem Alten Schloss (von links): Sunni Herzog, auf dem Rathaus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, Bürgermeister Frank Zimmermann sowie die Grünen-Politiker Muhterem Aras, Harald Ebner und Jutta Niemann. © Foto: Buchhofer
RS/PM 23.05.2015
Der Schulstandort, die Betreuung von Flüchtlingen und die geplante Umgehungsstraße waren die wichtigsten Themen, über die sich Politiker von Bündnis 90/Die Grünen kürzlich in Gaildorf informierten.

Besucher aus Bundes-, Land- und Kreistag hatte dieser Tage Gaildorfs Bürgermeister Frank Zimmermann zu Gast. Bundestagsabgeordneter Harald Ebner, seine Landtagskollegin und Betreuungsabgeordnete für Schwäbisch Hall, Muhterem Aras, sowie Kreisrätin und Landtagskandidatin Jutta Niemann, alle von Bündnis 90/Die Grünen, nahmen erfreut zur Kenntnis, dass der Schulbetrieb in Gaildorf funktioniere. Zwar seien auch hier die Schülerzahlen gesunken, aber die drei Grundschulen, die Realschule und das Gymnasium hätten relativ stabile Zahlen und seien in ihrer Existenz nicht gefährdet. Sogar die Werkrealschule, andernorts von der Schließung bedroht, könne zweizügig den Unterricht anbieten.

"Wir stehen zum Zwei-Säulen-Modell", beruhigte Muhterem Aras Bürgermeister Zimmermann. "Das Gymnasium ist eine davon, daran gibt es nichts zu rütteln."

Die hohe Verkehrsbelastung der Innenstadt konnten die Besucher am Gaildorfer Marktplatz beobachten. Lange Staus und mangelnde Sicherheit für Fußgänger, darunter für rund 2000 Schüler, die zwischen Schulzentrum und Innenstadt unterwegs sind, bereiten den Bürgern große Sorgen. Mehr noch: Die unbefriedigende Situation blockiert auch die innerstädtische Entwicklung.

Eine Entlastung wird zwar schon seit langer Zeit geplant, ist aber noch nicht in Sicht. "Wenn wir es schaffen, den Abschnitt bis zur Landesstraße gut im neuen Bundesverkehrswegeplan zu platzieren, ist viel erreicht", sagte Ebner, "denn damit muss der Verkehr aus Süden nicht mehr über den Gaildorfer Marktplatz", wird er in einer von den Grünen verbreiteten Pressemitteilung zitiert.

Ebners Optimismus indes dürften viele Gaildorfer Bürger nur wenig beeindrucken: Zum einen genießt der erste Abschnitt der Umgehungsstraße seit mehr als zehn Jahren schon höchste Priorität in der Bundesverkehrsplanung, ohne dass sich eine Realisierung abzeichnet. Zum anderen bringt aus Sicht von Verkehrsplanern, Stadtverwaltung und Gemeinderat eine Umgehung nur dann eine wirkliche Entlastung, wenn auch der zweite Abschnitt kommt. Der ist jedoch inzwischen nicht mehr im Verkehrswegeplan enthalten.

Beeindruckt zeigte sich die Grünen-Delegation vom Gaildorfer Wahrzeichen, dem Alten Schloss, dessen Sanierung mit Bundes- und Landesmitteln gefördert wird. Aktuell geplant sind ein Magazin für das Stadtmuseum und Räume für Feste und Feiern mit Catering. "Bei der Restaurierung gibt es viele Überraschungen", erzählte Bürgermeister Zimmermann auf dem Weg zu Stadtmalerin Jeong-Eun Lee, der zurzeit einzigen Bewohnerin des mittelalterlichen Gemäuers. Lee ist noch bis Ende des Jahres Stipendiatin.

Ein weiteres Schwerpunktthema des Besuchs war die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen in der Stadt. "Es ist gut, dass die Bürgerinnen und Bürgern den Flüchtlingen und Asylsuchenden in Ottendorf so freundlich und offen begegnen", stellte Kreisrätin Jutta Niemann fest. Nach anfänglichen Unsicherheiten seien die rund 50 Flüchtlinge in dem Teilort gut aufgenommen worden.

Den Gästen hat es in Gaildorf gefallen. Sie wünschen nun der Stadt, "dass sich die Vorteile Gaildorfs gegenüber den größeren Schwestern herumsprechen".