Im zweiten Anlauf soll es klappen: Die Stadt Gaildorf würde gerne das neue Sanierungsgebiet „Stadtmitte V“ gefördert bekommen. Der im vergangenen Jahr gestellte Antrag auf eine Neuaufnahme in das Sanierungsprogramm des Landes ist jedoch gescheitert. Dem Vernehmen nach war das beabsichtigte Gebiet zu groß definiert. Nun werden zunächst einmal kleinere Brötchen gebacken.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen erneuten Antrag – wobei das ins Auge gefasste Gebiet verkleinert wird. Die Fläche, in der die Umgehungsstraße einmal verlaufen könnte, soll dann zu gegebener Zeit als Erweiterung oder gar als neues Sanierungsgebiet ausgewiesen werden.
Ziel sei es, in den Bereichen Hallengelände und Rathaus die Ergebnisse des „städtebaulichen freiraumplanerischen Wettbewerbs“ für das Gebiet „Nördliches Kocherufer“ umzusetzen, „um eine Aufwertung der Flächen zu erhalten“. So steht es im Arbeitspapier zur Ratssitzung, das Andrea Ingrisch von der Stadtverwaltung erarbeitet hat.

Millionenförderung im Blick

Das Antragsvolumen für das Sanierungsgebiet „Stadtmitte V“ hat es in sich: Von mehr als 9,5 Millionen Euro ist die Rede. Das entspricht einer möglichen Förderung in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro.
Was die Stadt damit bewegen möchte, war bereits Gegenstand früherer Beratungen. Da ist zum einen die Anlage eines bereits vor 15 Jahren diskutierten Zentralen Omnibusbahnhofs auf der Schulseite. Dafür könnte es Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) geben. Über das Sanierungsprogramm sollen die Arbeiten zur Vorbereitung des Projekts und zur Anpassung an die Umgebung abgewickelt werden. Darunter fallen etwa der Abbruch des städtischen Gebäudes Eugen-Heller-Straße 2, die Neuanlage der durch den ZOB wegfallenden Parkplätze oder der Bau neuer Wegeverbindungen.

Gaildorf

Hallengelände aufwerten

Wenn dann das Hallengelände als Schulbus-Haltestelle ausgedient hat, könnte es den Plänen des Wettbewerbs zufolge – den hatte 2014 das Stuttgarter Planungsbüro Glück gewonnen – zu einem großen Platz mit „Aufenthaltsqualität“ umgestaltet werden. In Anlehnung an die uralte Flößertradtition Gaildorfs, wovon noch heute das Stadtwappen zeugt, wäre laut Planer der Name „Flößerplatz“ naheliegend.
Ein neues Gesicht ist auch für das Areal vor dem Rathaus vorgesehen, wobei der Schlosspark aufgewertet werden soll. Dadurch „gewinnt dieser Bereich an Attraktivität, lädt zum Verweilen ein und wertet das Ortsbild von Gaildorf erheblich auf“, wie es im Arbeitspapier von Andrea Ingrisch heißt.