Bürgertreff Stadt steht zum Bädle als Dorftreff

Beim Bürgertreff im Gasthaus „Kastanie“ in Kirchenkirnberg.
Beim Bürgertreff im Gasthaus „Kastanie“ in Kirchenkirnberg. © Foto: eke
Murrhardt / Elisabeth Klaper 17.04.2018

Informationen über aktuelle kommunalpolitische Fragen und Projekte sowie Auskünfte zu einem breiten Spektrum von Themen, die die Kirchenkirnberger zur Sprache brachten, gab Bürgermeister Armin Mößner beim gut besuchten Bürgertreff in der „Kastanie“.

Ein großes Anliegen des veranstaltenden Vereins, der Bürgerschaft Kirchenkirnberg, trug dessen Vorsitzender Erhard Fritz vor. Das vom Verein betriebene Freibad sei eine wichtige Attraktion für Familien und „ein idealer Treffpunkt für Einwohner und Auswärtige“, hob Pfarrer Steffen Kaltenbach hervor. Nun muss es mithilfe einer Filtrationsanlage fit für die Zukunft gemacht werden. Dazu benötige man dort einen Strom- und Abwasseranschluss. Mößner sagte die Unterstützung der Stadt zu. Zwar tue man sich mit der Finanzierung etwas schwer, aber „die Stadt steht zum Bädle“. Die Stadtverwaltung unterstütze auch den Wunsch nach einem Bolzplatz. Die kaum genutzte BMX-Bahn sei die dafür am besten geeignete Fläche. Dort wäre „mit wenig Aufwand ein Bolzplatz herzustellen“. Mößners Vorschlag fand die Zustimmung der Anwesenden. Sie wünschen eine Querungshilfe über die Landesstraße 1149 direkt bei der Gemeindehalle vor dem Kreisel, denn Aufwand und Benutzung stünden in keinem guten Verhältnis. Stattdessen sollten andere Verkehrsberuhigungsmaßnah­men wie Tempo- und Lautstärke-Displays sowie Straßenmarkierungen dazu beitragen, dass der Verkehr langsamer und leiser durch den Ort rollt, kündigte Mößner an. Wünschenswert sei für Kirchenkirnberg ein kleines Dienstleistungszentrum mit Einkaufsmöglichkeit und Treffpunkt, betonte er. Die Stadtverwaltung habe dieses Projekt noch nicht aufgegeben, doch brauche das noch etwas Zeit. Er informierte über aktuelle Investitionen in Kirchenkirnberg. Um den Brandschutz zu verbessern, erhielt der evangelische Kindergarten eine Fluchttreppe.

Weiter soll die halbe zweite Gruppe zur Vollgruppe ausgebaut werden. Zurzeit laufen Sanierungsarbeiten am Trinkwasserhochbehälter. Die Wasserkammer erhält eine neue Beschichtung, zudem werden ein neuer, sicherer Einstieg sowie ein neuer Rohrkeller gebaut. In der Kläranlage, deren wasserrechtliche Genehmigung 2019 ausläuft, erfolgen verschiedene Nachrüstungsarbeiten. Ärgerlich seien „sporadische Störungen“ der Telekommunikationsverbindungen. Die Telekom mache Druck auf die Anschlussnehmer, weil sie bis Ende April alle noch analogen Telefone auf Digitalanschlüsse umstellen wolle, berichtete ein Betroffener.

Kritik an Telekom

„Die Telekom hat es versäumt, das Netz zu modernisieren“, fand Mößner. Im Zuge des Breitbandausbaus werde sich die Situation für die Kirchenkirnberger auch durch den Anschluss ehemaliger Teilorte wie Ober- und Unterneustetten deutlich verbessern. Auf den Hinweis, im Stadtbezirk gebe es nach wie vor ein Mobilfunkloch, stellte der Bürgermeister in Aussicht, dass ein LTE-Sendemast gebaut werden soll.

Zwar habe sich die Busverbindung von Kirchenkirnberg nach Murrhardt verbessert, nach Welzheim aber verschlechtert, berichteten mehrere Anwesende. Auf dieser Strecke müsse man nun mehrmals umsteigen, was vor allem für Gehbehinderte ein großes Problem sei. „Wir werden das im Auge behalten“, sagte Mößner zu. Weiter kündigte er an, die Bushaltestelle Bohnenreute sicherer zu machen, indem ein Gehweg angelegt und ein Wartehäuschen aufgestellt wird.

Wenig Zeit zum Umsteigen

Mehrere Berufspendler kritisierten, dass die Abfahrtszeiten der Busse vom Bahnhof Murrhardt nach Kirchenkirnberg nicht auf die Zug-Ankunftszeiten abgestimmt seien. So fahre ein Bus früher ab als ein Zug ankomme, zudem gebe es oft einen knappen Zeitpuffer von nur fünf Minuten zwischen Zugankunft und Busabfahrt. Das Hauptproblem dafür sei die eingleisige Murrbahn, sagte der Rathauschef.

Der Verkauf der Bauplätze im zweiten Abschnitt des Neubaugebiets Strut IV erfolge gemäß den vom Gemeinderat beschlossenen Vergaberichtlinien, erklärte Mößner auf Nachfrage. Vorrang hätten Kirchenkirnberger, erst danach kämen Auswärtige zum Zug. Die meisten Bauplatz-Interessenten seien jedoch Auswärtige.