Schwäbischer Wald Neue Schwäbische Waldfee ist gekürt

Berglen / Werner Schmidt 13.04.2018
Nach dem ersten Wahlgang bekommt Mariel Knödler aus dem Alfdorfer Teilort Pfahlbronn die tannengrüne Schärpe mit der goldfarbenen Aufschrift umgelegt.

Die 22-jährige Mariel Knödler repräsentiert während der nächsten 365 Tage als sechste ihrer Art die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald. Sechs Bewerberinnen hatten sich vorgestellt. Die jüngste war die 19 Jahre alte Lea Boss aus Oppenweiler. Sie hatte erst ihre Gesellenprüfung zur Schornsteinfegerin erfolgreich abgelegt. Sarah Schippert war mit 42 Jahren die älteste Kandidatin.

Die Rudersbergerin erklärte, sie habe schon in der Vergangenheit geliebäugelt, sich zu bewerben, sich dann aber doch nicht getraut. Erst nachdem sie als erste Karnevalsprinzessin im frisch gegründeten Karnevalsverein Rudersberg gefallen am Repräsentieren gefunden habe, habe sie auch ihre Bewerbung für die Waldfee Schwäbischer Wald 2018 abgegeben.

Stimmenzahl eng beieinander

Die Kandidatinnen wären alle geeignet gewesen. Die Stimmenzahl der Bürgermeister der Schwäbischen-Wald-Gemeinden lag wohl dicht beieinander, wenngleich die Ergebnisse nicht bekannt gegeben wurden. Alle jungen Frauen, die sich präsentierten, wollten eines im Amt erreichen: Menschen für die Region Schwäbischer Wald begeistern.

Und sie hatten alle wunderbare Ideen, wohin Besucher der Region geführt werden könnten. Die Murrhardterin Natascha Geratsch schlug die Hörschbach-Wasserfälle vor und das Felsenmeer am Römersee, Lisa Wieland aus Groß­erlach hätte den Touristen den Fuxi-Pfad und insbesondere den Fornsbacher Waldsee gezeigt, mit Sabrina Bloss aus Welzheim wäre es zum Ebnisee und zur „Eins und Alles Sinneswelt“ gegangen. Vorgestellt wurden die Kandidatinnen von Vorjahres-Waldfee Sara Zaiss aus Berglen. Sie habe während ihrer Amtsperiode an die 50 Auftritte gehabt, sagte sie. Vom großen bei einem Andrea-Berg-Konzert mit 10 000 Besuchern bis hin zu einem Salzkuchenfest mit nur 15 Menschen. Zu all diesen Terminen fuhr sie mit dem Waldfeemobil. Den Schlüssel dieses grauen Mini-Cabrios überreichte sie unmittelbar nach der Wahl an Mariel Knödler mit der Mahnung: „Der Schlüsselanhänger von Andrea Berg bleibt dran.“

Damit erfüllte sich die Sehnsucht von Mariel Knödler, die gestand, dass dieses Fahrzeug ein auslösender Faktor für ihre Bewerbung gewesen sei, als ihr im Café in Alfdorf der Flyer in die Hände fiel. Da war noch die Rede von der Waldfee-Kutsche, aber Mutter Google erklärte dann, welches Fahrzeug sich dahinter verbirgt. Für die junge Pädagogik-Studentin an der PH Schwäbisch Gmünd gab es dann kein Halten mehr.

Ein Prosit mit Feenschaum

Sie trat am Mittwochabend im Dirndl auf und erklärte zur Erheiterung des Publikums, sie habe mit dem Alfdorfer Bürgermeister Michael Segan einen Deal: „Wenn ich im Dirndl komm, dann zieht er eine Lederhose an.“ Gleichzeitig muss er nun die Handballmannschaft des WSG Alfdorf/Lorch/Waldhausen, in der die neu gekürte Waldfee aktiv ist, mit Sekt freihalten, was er für den Fall des Sieges von Mariel Knödler zugesagt habe. Am gestrigen Donnerstag sagte Segan, er werde „Feenschaum“ besorgen, einen Sekt mit dieser Bezeichnung gebe es von einer Aspacher Kellerei. „Das Leben genießen“ sei eines ihrer Hobbys, erklärte Mariel Knödler, ebenso wie Joggen, Fotografieren und Reisen.

Allerdings hat sie zu Letzterem eine äußerst pragmatische Einstellung: „Das Gute liegt so nah. Ich muss nicht nach Kanada reisen, sondern kann nach Welzheim fahren, wenn ich Mammutbäume sehen will.“