Das neue Trainergespann von Fußball-Drittligist SG Sonnenhof-Großaspach ist gut drauf. Chefcoach Mike Sadlo und sein Co-Trainer Heiner Backhaus sind nach dem siebentägigen Trainingslager ihrer Kicker an der türkischen Riviera davon überzeugt, dass die Mission Klassenerhalt gelingen wird. Von einem „Plan B“ mit einer Spielzeit in der Regionalliga wollten die beiden gestern bei einem Pressegespräch und ihrer offiziellen Vorstellung im Sonnenhof-„Dörfle“ nichts wissen. „Ich verschwende keinen Gedanken daran“, erklärte Chefcoach Sadlo. Heiner Backhaus fügte hinzu: „Wir werden das schaffen, weil die Mannschaft gut genug ist.“ Backhaus und Sadlo haben beim Dorfklub einen Vertrag bis zum Ende der Saison unterschrieben.

Für Backhaus sind die Prioritäten im Trainingsbetrieb klar umrissen. „Uns ist es sehr, sehr wichtig, unsere Stärken zu stärken und Zweikämpfe zu gewinnen.“ Zum Pflichtprogramm für die Mannschaft gehöre auch, „Torchancen zu erspielen“. Dafür müsse man natürlich „sprinten“. Backhaus sieht das Team auf einem guten Weg. „Ich erkenne eine positive Grundstimmung. Die Fortschritte in der Mannschaft sind nicht wegzudiskutieren.“ Jetzt müsse man „weniger gegnerorientiert spielen“ und taktisch „die Weichen selber stellen“. Sein Fazit: „Wir wollen das Spiel zu unserem Spiel machen.“

Im Testspiel gegen Regionalligist FC Saarbrücken hat das am vergangenen Mittwoch jedoch noch nicht funktioniert. Der Dorfklub erzielte keinen einzigen Treffer und bekam vier Tore eingeschenkt. Woran lag es? Heiner Backhaus sagte, man habe die Führungsspieler geschont. Chefcoach Sadlo erinnerte an den 3:1-Sieg von Samstag gegen den SSV Ulm. Gegen die „Spatzen“ habe der Dorfklub „verdient gewonnen“. Am Dienstag erwartet die Mannschaft in ihrer „Wir machen Druck“-Arena den VfR Aalen. Das Testspiel wird um 14 Uhr angepfiffen.

Die Winterpause hat der Vereinsvorstand genutzt, um das Team zu verstärken und umzugruppieren. Im Dezember stieß Matthias Morys zur Truppe. Der Mittelstürmer kam ablösefrei vom FC Austria Lustenau. Im Internetportal „Transfermarkt“ wird für die Offensivkraft ein Wert von 250.000 Euro angegeben. Vermutlich wird Morys nicht die letzte Verstärkung sein. Heiner Backhaus meint, man sei mit verschiedenen Kandidaten im Gespräch. Er sieht einen Bedarf „für einen Linksfuß“. Allerdings müsste der Neue zur Mannschaft passen.

Erklärte Teamspieler

Deutlich erkennbar war am Montag, dass zwischen den Trainern die Chemie stimmt. Sie kennen sich aus ihrer fußballerischen Vergangenheit in Leipzig. Der 48-jährige Sadlo lief 2001 für den VfB Leipzig auf. Der 37 Jahre alte Heiner Backhaus war viel im Ausland unterwegs, spielte aber 2011 auch für Lok Leipzig und hatte damals einen Marktwert von 400.000 Euro. Sadlo und Backhaus betonten, dass sie nur im Team zu haben waren. Die Entscheidung, sich in Aspach zu engagieren, sei sehr schnell gefallen. Sadlo sprach von einer „Drei-Tage-Geschichte“ und resümierte, dass zwischen „dem ersten Kontakt und dem Trainingslager nicht viel Zeit war“.

Das bestätigte auch Michael Ferber. „Wir sind bekannt dafür, Entscheidungen zu treffen, die man nicht von uns erwartet“, so der Vertreter des Dorfklub-Vorstands. Heiner Backhaus machte deutlich, dass für ihn als Co-Trainer die Loyalität zu Chefcoach Sadlo im Mittelpunkt stehen werde. Entsprechend werde das Trainergespann gegenüber der Mannschaft auftreten.

Von Ralf Rangnick geprägt

Persönlich, so Ex-Profi Backhaus, habe ihn die Zeit mit Ralf Rangnick sehr geprägt. Backhaus wurde 2001 und 2002 bei Hannover 96 von dem gebürtigen Backnanger gecoacht, bevor dieser nach Stationen in Hoffenheim und auf Schalke zunächst nach Salzburg wechselte und dann von 2012 bis 2019 als Sportdirektor und Cheftrainer für RB Leipzig verantwortlich zeichnete.