Eine reichlich schratige Wahl hat am Sonntag die Facebook-Gruppe „Rund um den Schwäbisch-Fränkischen Wald“ durchgeführt. Die Online-Kür des Schwäbischen Waldschrates war eigentlich bereits für Samstag angesetzt, musste dann aber „aus technischen Gründen“ um einen Tag verschoben werden: Einer der vier Bewerber war aus der Wahlliste verschwunden. Die Aufregung hielt sich freilich in Grenzen: Der Seitenadministrator brach die bereits laufende Wahl am Samstagnachmittag ab, und setzte kurzerhand eine neue Runde für Sonntag an: „Bitte stimmt noch einmal ab, was das Zeug hält“, forderte er die mittlerweile mehr als 2000 Mitglieder auf, „möge (...) der schratigste Kandidat gewinnen“.

Jan Vogel wird mit deutlicher Mehrheit zum neuen Waldschrat gewählt

Der Schrat steht für Unabhängigkeit, Begeisterungsfähigkeit und darf gerne auch etwas verschroben beziehungsweise schratig wirken, sofern er einen respektvollen Umgang mit seiner Umwelt pflegt. Vor zwei Jahren wurde Sven Vollbrecht aus Backnang zum ersten Schrat gewählt und ein Jahr später im Amt bestätigt. Anfangs gab’s ein wenig Unruhe im Schwäbischen Wald, wo schließlich auch noch eine Waldfee im offiziellen Auftrag der Fremdenverkehrsgemeinschaft unterwegs ist. Weil der Schrat aber nur spielen, keinesfalls aber stören möchte, herrschen mittlerweile entspannte Verhältnisse.

Und das wird sich unter Jan Vogel alias Janus Mortis auch nicht ändern. Der 37-jährige Maurermeister und angehende Bautechniker aus Neufürstenhütte, der auch die Seite „Rund um den Schwäbischen Wald“ mitbegründet hatte und Vorsitzender des „Vereins für historisches Handwerk und lebendige Geschichte“ ist, wurde am Sonntag mit deutlicher Mehrheit gewählt. Bei der Flurputzete des Rems-Murr-Kreises am 14. März kann man ihn kennenlernen.