Nicht erst seit diesem Stichtag gibt es diesen forstlichen Standort, der verkehrsgünstig zwischen Gschwend und Rotenhar gleich neben der L 1080 liegt. Die vor fünf Jahren neu errichteten Gebäude waren nur Ersatz für einen nicht mehr zeitgemäßen Altbau. Mehrere Büros sowie großzügig eingerichtete Schulungs-, Werk- und Lagerräume weisen heute auf die vielfältigen Funktionen dieses Revier- und Ausbildungsgebäudes hin. Hier finden Aus- und Fortbildung für Waldarbeit, Arbeitssicherheit und Forsttechnik statt. Der Standort war fast 60 Jahre lang „Forsttechnischer Stützpunkt“, seit 45 Jahren dient er als Ausbildungsstelle für junge Waldarbeiter.

Für Hohenohl ist jetzt Gottlieb Zimmermann als Revierleiter zuständig. Er ist Jahrgang 1966, stammt aus Dettingen, einem Ortsteil von Gerstetten. Schon immer war er vom Wald und den Tieren fasziniert. Nach dem Abi­tur und dem Wehrdienst stand für ihn ein Forst-Studium fest. Bereits 1991 kam er nach Gschwend. Er blieb bis 2008 Büroleiter in der Außenstelle Gschwend der Landkreisverwaltung. Dann wurden die Außenstellen Rosenberg und Gschwend aufgelöst.

14 Mitarbeiter für 1300 Hektar

In der Folge unterstützte er die Amtsleitung in Schwäbisch Gmünd und konnte die Waldgebiete rings um Gschwend betreuen. Außerdem war er für den Maschineneinsatz und den Holzverkauf zuständig. 2014 kam Zimmermann dann offiziell in das Revier Gschwend, aus dem dann zum 1. Januar mit dem bisherigen Revier Hohenohl und Teilen des Reviers Vordersteinenberg das neue Revier Hohenohl von Forst Baden-Württemberg (Forst BW) wurde.

Zimmermann beziffert die Fläche, für die er zusammen mit 14 Mitarbeitern jetzt zuständig ist, auf etwa 1300 Hektar. Im gesamten Land organisiert Forst BW in 21 Bezirken mit jeweils 10 Forstrevieren 324.000 Hektar Staatswald. Die Reviergrenzen wurden mit der Reform neu gezogen.
Die Zuständigkeit des Standorts Hohenohl geht über den Ostalbkreis hinaus. Das Revier reicht südlich bis kurz vor Alfdorf im Rems-Murr-Kreis (Voggenbergmühle) und umfasst dazu hauptsächlich weite Teile der Staatswaldflächen auf Gschwender Gemeindegebiet. Die Grenzen orientieren sich an den Waldgrenzen. Flächen bei Hundsberg, Seelach und Nardenheim, aber auch Waldstücke bei Honkling, der Bergsee, Rotenhar, Joosenhof und Schlechtbach gehören dazu. Für einen kleinen Teil rund um Wimberg bei Mittelbronn ist der Forstbezirk „Virngrund“ in Ellwangen zuständig. Der Bereich Eichenkirnberg ist dem Bezirk „Schanz“ von Marco Astfalk zugeordnet.

Crailsheim

Die Sorgen der Forstfachleute sind überall ähnlich. Der Holzpreis schlingert auf niedrigem Niveau, die Bäume kommen wegen der Witterung schneller in „Trockenstress“, der Borkenkäfer konnte sich von 2019 nach aktuellen Überwachungsergebnissen (Monitoring) extrem zahlreich ins neue Jahr hinüberretten. Lediglich die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners hält sich in Grenzen. Im Schwäbischen Wald gibt es so gut wie keine Eichenwälder.

Großes Interesse

Das Interesse von Schulabgängern an der Forstwirt-Ausbildung ist groß. Bereits nach den Sommerferien werden zwei weibliche und zwei männliche Auszubildende erwartet. „Wir sitzen in den Startlöchern“, unterstreicht Zimmermann die Hoffnung, dass es auch in diesem Jahr wieder ein Ferienprogramm gibt. Zum Thema Walderlebnis 2020 kann er sich als Kinderprogramm durchaus Bastelarbeiten oder spannende Waldbegehungen vorstellen. Die Forst-Faszination kann nicht früh genug gefördert werden.

Die Bedeutung des Namens „Hohenohl“


Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm von 1898 wird das Wort „Nollen“ als Bezeichnung für einen rundlichen Berggipfel (Kuppe) beschrieben. Der Flurname „Hohenohl“ dient dem Gschwender Forstrevier heute als Markenzeichen und topografischer Hinweis. kol