Ellwangen Durch Neigetechnik sollen Züge schneller fahren

Ellwangen / Richard Färber 23.02.2018
Die Interessengemeinschaft Schienenkorridor diskutiert in Ellwangen die Effekte von Ausbaumaßnahmen auf den Regionalbahnen im Jagst-, Murr- und Remstal.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart-Nürnberg haben sich kürzlich  in Ellwangen getroffen. Die Vertreter der Städte, Kreise, Regionalverbände und IHKs diskutierten die Effekte von Ausbaumaßnahmen auf Murr-, Jagst- und Remsbahn, mit denen die Schienenstrecken in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden können.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Ostalbkreis-Landrat Klaus Pavel, konnte auch den Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Norbert Barthle begrüßen. Oberbürgermeister Karl Hilsenbek nutzte die Gelegenheit, die Stadt Ellwangen vorzustellen. Sie bewirbt sich für die Landesgartenschau 2026. Das Bewerbungskonzept beinhaltet auch die Modernisierung des Bahnhofs und des Bahnhofumfelds in Ellwangen.

Fünf Stunden nach Berlin

Gabriel Garreis vom Regionalverband Ostwürttemberg erläuterte die Entwicklungen auf Murr-, Rems- und Jagstbahn – auch vor dem Hintergrund der neuen Schnellbahnstrecke Nürnberg-Erfurt. Zwar gebe es am Wochenende einige Verbindungen mit kurzer Umsteigezeit in Nürnberg, so Garreis, der Übergang sei aber noch nicht optimal in das überregionale Taktkonzept eingebunden. Dennoch betrage die Fahrtzeit von Aalen nach Berlin mit einem Sprinter ab Nürnberg mittlerweile weniger als fünf Stunden.

Michael Pohl von Intraplan stellte eine im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums durchgeführte Untersuchung zu den Auswirkungen vor, die ein Ausbau des Schienenkorridors für Neigetechnikzüge für Fern- und Nahstrecken mit sich bringen würde. Staatssekretär Norbert Barthle erklärte, dass Murr-, Rems- und Jagstbahn für ein gutes und zeitgemäßes Zugverkehrs­angebot ertüchtigt werden müssten. Landrat Klaus Pavel stellte klar, dass es im Schienenkorridor sowohl um bessere Nahverkehre als auch um die Verdichtung der schnellen Verbindungen mit guten Anschlüssen in Nürnberg und an den Knoten gehe.

Konventioneller Ausbau

Ergänzend zu der Studie des Bundesverkehrsministeriums hält Beate Schule vom Landesverkehrsministerium auch die Prüfung des konventionellen Ausbaus, zum Beispiel durch zweigleisige Abschnitte und Überholgleise, für erforderlich. Sie sei enttäuscht, dass dies nicht untersucht wurde, erklärte Schuler. Gabriel Garreis betonte, dass durch Spurplanoptimierungen an Bahnhöfen und den zweigleisigen Ausbau oder den Bau von Überholgleisen bedeutende Fahrzeiteinsparungen erreicht werden könnten.

Rainer Kaufmann vom Interessenverband Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn berichtete von den Entwicklungen auf der Gäubahn zwischen Zürich und Stuttgart. Für den zweigleisigen Ausbau der Strecke und ihre Ertüchtigung für Neigetechnikfahrzeuge stünden 550 Millionen Euro bereit. Ulrich Schaller von der IHK Nürnberg stellte den Ausbau des Nürnberger S-Bahn-Netzes über Ansbach bis Dombühl dar und erläuterte die Reaktivierung der Strecke von Dombühl nach Dinkelsbühl.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel