Walter Hees ist zufrieden. Kaum im Ruhestand hat der frühere Verwaltungsdirektor der Stauferklinik im Mai die Bürgerinitiative (BI) L 1080 ins Leben gerufen. Als ehrliche Steuerzahler, so sein Argument, „haben wir ein Recht auf eine vernünftige Straße“. Die durch Frickenhofen führende Landesstraße 1080 sei eine Zumutung.

Die BI hat Mutlanger Bürger eingeladen, um von ihren Erfahrungen aus dem Kampf für die Umgehungsstraße zu profitieren. Dabei erhielten sie wertvolle Tipps, etwa den, frühzeitig Gespräche mit Anrainern zu führen und einen Plan in der Schublade zu haben. Die BI hat Heiko Engelhard, Leiter des Straßenbauamts der RP-Außenstelle Ellwangen, eingeladen. Dieser räumte im Gespräch mit der BI ein, dass die L 1080 sanierungsbedürftig ist. Allerdings seien die Mittel knapp, ebenso die Ressourcen. So habe die Landesregierung 150 neue Stellen für Planer bewilligt. Sie können offensichtlich nicht besetzt werden.

Am Dienstag war Dr. Stefan Scheffold zu Gast bei der BI in Frickenhofen. Der Staatssekretär im Finanzministerium a.D. ist der prominenteste der zwischenzeitlich 500 Unterstützer der BI. „Die L 1080 hat für mich einen hohen Stellenwert“, sagt Scheffold im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Abgeordnete hält sie nicht nur für „dringend sanierungsbedürftig“, sondern auch für gefährlich, vor allem im Begegnungsverkehr von Lastwagen. Die Straße ist durchschnittlich nur 5,20 bis 5,30 Meter breit, das Bankett über viele Kilometer hinweg ausgefranst. Scheffold hält es für „erforderlich, dass dies in Angriff genommen wird“. Er sieht „durchaus Chancen für eine Sanierung“. Allerdings sei es verfrüht, jetzt schon einen konkreten Zeitrahmen anzugeben.

Dringlichkeit ist entscheidend

Im voll besetzten Friedrich-Freiherr-von-Schmidt-Haus nennt der Abgeordnete Zahlen: Die Landesregierung hat die Mittel für den Erhalt von Landesstraßen auf 150 Millionen Euro fast verdoppelt. Im nächsten Jahr werde der Maßnahmenkatalog neu eingestuft. Scheffold will sich dafür einsetzen, dass der Straßenabschnitt der L 1080 auf der Frickenhofer Höhe nach vorne gezogen wird. Aktuell steht er im Maßnahmenkatalog ziemlich weit hinten. Der Landespolitiker verspricht der BI, am Ball zu bleiben. „Damit wir zum Zug kommen“, erklärt er unserer Zeitung. Und er hat bereits damit begonnen, sein Versprechen einzulösen.

 „Ich habe mit Verkehrsminister Hermann die Angelegenheit besprochen und ihm aussagekräftige Unterlagen übermittelt“, so der Abgeordnete aus Schwäbisch Gmünd. Die Gleichung „mehrere Abgeordnete bedeutet bessere Straßen“, wie sie ein Bürger am Dienstagabend aufmachte, ist für Scheffold „natürlich Unsinn“. Entscheidend sei die Dringlichkeit, die sich an objektiven Kriterien bemisst. Im Hinblick auf den Sanierungsbedarf stehe die L 1080 derzeit gar nicht so schlecht da, resümiert Scheffold.

Walter Hees ist mit dem bislang Erreichten zufrieden. „Es ist doch einiges in Bewegung gekommen, und das Thema ist plötzlich auf der Tagesordnung“, freut er sich. Die Gründung der BI habe sich als richtig erwiesen: „Wenn wir nichts gemacht hätten, wäre auch nichts passiert. Und so haben wir zumindest die Hoffnung, dass sich auf der L 1080 was tut.“ Scheffold verspricht den Bürgern der Frickenhofer Höhe, sie in spätestens zwei Monaten über den Stand der Verhandlungen zu informieren.