Planung Schaukeln, Rutschen und eine Stange für die Fledermaus

Die Kinder wissen, was sie wollen: Landschaftsarchitektin Anette Traub, Fachberaterin Johanna Magg und Bürgermeister Frank Zimmermann lassen sich einen Vorschlag erläutern.
Die Kinder wissen, was sie wollen: Landschaftsarchitektin Anette Traub, Fachberaterin Johanna Magg und Bürgermeister Frank Zimmermann lassen sich einen Vorschlag erläutern. © Foto: Richard Färber
Unterrot / Von Richard Färber 10.11.2017
Am Bildungszentum in Unterrot steht jetzt die Gestaltung des Außenbereichs auf der Agenda. Auch die Kinder sind gefragt: 14 Modelle wurden gestern in der Turn- und Festhalle präsentiert.

Schaukeln, Wippen, Tunnelrutschen. Ein Gerüst, auf dem man klettern kann, ein Häuschen zum Verstecken, Sitz- und Vesperplätze und, ganz wichtig, eine Stange, wünschen sich die Schul- und Kindergartenkinder am Bildungszentrum Unterrot für ihre Außenanlage. „Mir wäre wichtig: die Tunnelrutsche und die Hängebrücke da, die rübergeht zu dem Bauhaus“, sagt die kleine Anna-Sophie, womit die Frage, ob’s überhaupt ein Baumhaus geben soll, auch schon beantwortet wäre. „Für die Fledermaus und so“ benötige man die  Stange, sagt ein anderes Mädchen. Die Fledermaus? Man hakt sich mit den Kniekehlen ein, um mit dem Kopf nach unten baumeln zu können. Ganz wichtig aber sei, ergänzt ein drittes Kind, „dass wir Spaß haben!“

Modelliert mit „Playmais“

Die Stange für die Fledermaus findet man häufig in den 14 Modellen, die gestern in der Turn- und Festhalle am Bildungszentrum Unterrot aufgebaut waren. Die Kinder der verlässlichen Grundschule haben daran gebastelt, die Vorschülerinnen und Vorschüler der beiden Kindergärten, die sogenannten „Elefanten“, eine Erstklässlergruppe und Delegierte der zweiten bis vierten Klasse. Betreut wurden sie dabei von ihren Erzieherinnen und Lehrerinnen, der städtischen Fachberaterin Johanna Magg und der Landschaftsarchitektin Anette Traub.

Zur Orientierung erhielten die Kinder Kataloge mit möglichen Spielanlagen sowie einen Plan mit den Grundrissen. Für den Modellbau wurde ihnen sogenannter „Playmais“ zur Verfügung gestellt, weshalb es denn auch ein bisschen nach Popcorn duftet. Einige der Modelle sind ziemlich vollgestellt mit Spielgeräten.

Eine reine Wunschzettelveranstaltung aber ist diese Präsentation nicht. Brigitte Härterich, Betreuerin der verlässlichen Grundschule, erläutert, warum sich am Rand des Modells ihrer Schützlinge auch die bereits bestehende Hecke findet. Sie sei wichtig, sagt Brigitte Härterich: die Kinder lieben es, sich darin unsichtbar zu machen.

Das bestätigt auch die Landschaftarchitektin Anette Traub, die die Kinder in den letzten Tagen beobachtet hat: „In den Pausen rennen sie los und spielen Verstecken.“ Tatsächliche Gewohnheiten und Vorlieben, „Rennen und freies Spielen“ werden also ebenfalls Eingang in die Planung des Außenbereichs finden.

Die dürfte gestern einen ganzen Schritt weitergekommen sein. Um 14 Uhr hatte die Verwaltung zur öffentlichen Präsentation der Modelle eingeladen, der dann etwa 40 Eltern und mindestens ebenso viele Kinder beiwohnten. Und im Anschluss befasste sich, nun allerdings nicht-öffentlich, die Denkwerkstatt, zu der auch der Elternbeirat geladen ist, mit den Vorschlägen.

Zweite Denkwerkstatt

Es ist das zweite Mal, dass sich eine solche Diskussionsrunde trifft. Eine erste Denkwerkstatt, erläuterte Bürgermeister Frank Zimmermann, gab’s vor gut eineinhalb Jahren, als das heutige Projekt Bildungszentrum auf die Spur gesetzt wurde. Sie hatte den Zweck, die unterschiedlichsten Interessen auszuloten und mit den gesetzlichen Bildungsvorgaben, die von der Stadt erfüllt werden müssen, in Einklang zu bringen. Und diesen Einklang will man nun auch in Sachen Außenbereich erreichen.

 Die Ergebnisse der zweiten Denkwerkstatt sollen zeitnah umgesetzt werden. Am 4. Dezember will Anette Traub sie den Lehrerkollegien präsentieren und noch in derselben Woche dem Bezirksbeirat vorlegen. Gegebenenfalls wandern sie dann auch gleich weiter in den Technischen Ausschuss und in den Gemeinderat. „Ich setze mich heute noch dran und mach das Wochenende über nichts anderes“, verspricht die Landschaftsarchitektin.