Ausstellung Schätze aus Kindertagen

Gschwend / Rainer Kollmer 05.12.2018
Kurz vor Weihnachten ist das Heimatmuseum in Horlachen ein Treffpunkt von Liebhabern alter Spielzeuge. Die Trachtengruppe Gschwend sorgt für die Bewirtung der Gäste.

Die kleinen Dampfmaschinen von Helmut Altmann und Erwin Hartmann haben es in sich. Destilliertes Wasser ist in die Kessel gefüllt. Der eine wird mit Strom beheizt. Der andere erhält die nötige Hitze für den Dampf durch einen kleinen Esbit-Riegel, der mit einem Gasanzünder entflammt wird. Nach wenigen Minuten zeigt das kleine Manometer den nötigen Druck an.

Faszinierende Technik

Die Heizer Altmann und Hartmann öffnen die Ventile. Die Zylinder kommen in Gang. Schnell noch die Antriebsspiralen über die Treibräder und Umlenkrollen gelegt, dann beginnen die bunten Antriebsmodelle ihre lautstarke Arbeit. Die Säge und das Hammerwerk legen sich mächtig ins Zeug. Die Gondeln im Karussell schwingen nach außen. Sie gehen erst nach einer Weile wieder in ihre Ausgangslage zurück. Der Dampfdruck hat nachgelassen. Erwin Hartmann nutzt die Heizpause seiner Maschine, um zwei Besuchern weitere Dampf-Objekte in einer Vitrine zu erläutern. Auch die ausgestellten Blechspielzeuge lassen Erinnerungen aufkeimen.

Gedränge in den Räumen

Die Besucher drängen sich vor den ausgestellten Exponaten. Bald werden die Räume im Museum zu eng. Eberhard Zimmer muss viele neugierige Fragen beantworten. Gleich nebenan dreht eine alte Spielzeugeisenbahn ihre Runden. Peter Hornung dreht am Schlüssel. Er zieht den eingebauten Federmotor auf. Die blecherne Dampflok mit ihren zwei Waggons dreht auf dem Oval der Metallgleise kurz darauf ihre Runden. Auch ihr geht bald wieder die Puste aus. Die Metallfeder ist wieder entspannt.

Sibylle Hornung betreut weitere Schätze. Helmut Altmann aus Alfdorf hat dem Museum für die Sonderausstellung eine stattliche Zahl von selbst erstellten Kaufläden zur Verfügung gestellt. Die Kleinarbeit und Ausdauer für den Bau der Ausstellungsstücke lässt sich nur erahnen. Der Alfdorfer Bastler hat sich an alten Vorbildern orientiert und Einzigartiges geschaffen. Das Inventar der Modelle erinnert an Wimmelbilder. Die Metzgerei, die Schneiderei und die Wäscherei enthalten alles, was zum Spielen einladen könnte.

Für den Blumenladen arbeitet Altmann teilweise eine Woche lang an einem einzigen Blumengebinde. Beim Maßstab 1:10 ist Fingerfertigkeit gefragt. Das Museum hat lediglich drei Kaufläden im Fundus. Sie sind teilweise fast 100 Jahre alt. Damals spielten Elektronik und raffinierte Mechanik bei Spielzeug noch keine Rolle. Technik wurde durch kreatives Spielen ersetzt. Es dürfte nicht geschadet haben.

Info Das Heimatmuseum in Gschwend-Horlachen ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die diesjährige Weihnachtsausstellung kann nach der Eröffnung am Sonntag noch am 6. Januar und am 3. Februar besucht werden. Im Museumscafé kann man bei Kaffee, Getränken und selbst gebackenem Kuchen eine kleine Rast einlegen.

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