Gaildorf Rivalen in der Karlsstraße

ELEONORE HEYDEL 27.04.2012
Ein abruptes Bremsmanöver auf der Karlstraße in Gaildorf bringt einem 42-jährigen Autofahrer eine Geldstrafe von 900 Euro ein.

Der angeklagte Mercedes-Fahrer hat nach dem Prinzip "Wie du mir, so ich dir" gehandelt. Am 20. Oktober letzten Jahres war der 42-Jährige in Gaildorf mit einem Kollegen auf dem Weg zur Arbeit. In der Kanzleistraße kam es zum ersten Zwischenfall: Der Fahrer eines Opel Astra zog nach rechts auf seine Fahrspur und scherte äußerst knapp vor dem Mercedes (C-Klasse) ein.

Dem "geschnittenen" Mercedesfahrer schwoll der Kamm. Er blieb eng hinter dem Opel und überholte ihn wenig später auf der Karlstraße. "Das war auf Höhe der Brauerei Häberlen", erläutert er vor dem Haller Amtsgericht. Kaum hatte er überholt, bremste er vor dem Opelfahrer voll ab. "Ich wollte ihm ins Gesicht schauen", rechtfertigt er seine willkürliche Aktion. Der Opelfahrer trat auf die Bremse, fuhr aber dennoch von hinten auf. Es entstand leichter Blechschaden.

Unbestritten stand am Anfang des Duells das "enge Manöver" des Opelfahrers in der Kanzleistraße. Der 48-Jährige wird als Zeuge gehört und veranschaulicht, wie der Mercedesfahrer sofort seinen Unmut gezeigt habe: "Der hing hinten bei mir auf der Stoßstange."

Beim späteren Überholen in der Karlstraße habe der empörte Mann gehupt und "gefuchtelt". "Wahrscheinlich war er in seiner Ehre gekränkt", spekuliert der Zeuge. Dass es zur Kollision gekommen sei, habe er nicht vermeiden können: "Ich fahr" doch nicht mit Absicht auf ihn auf!"

Richter Jens Brunkhorst verurteilt den Mercedes-Fahrer wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Euro, also 900 Euro. Dazu gibt es ein dreimonatiges Fahrverbot. Weil dem Mann der Führerschein für länger als drei Monate vorläufig entzogen war, ist das Fahrverbot schon abgegolten.

Brunkhorst blättert in den Gerichtsakten, findet den Führerschein und gibt ihm an den erleichterten Angeklagten zurück. "Für ihn ist wichtig, dass er wieder sofort zur Arbeit fahren kann", sagt sein Verteidiger Rainer Baumann.