Der Rems-Murr-Kreis hat am Dienstag eine 7-Tages-Inzidenz von 200 erreicht. Auf das Überschreiten der 200er-Schwelle hat sich das Landratsamt aber vorbereitet. Als Grundlage dient die Hot-Spot-Strategie des Landes, die am 4. Dezember veröffentlicht wurde. Demnach müssen die betroffenen Landkreise weitere Einschränkungen per Allgemeinverfügung erlassen. Im Raum stehen etwa nächtliche Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen auf fünf Personen, die Schließung von Friseurgeschäften und ein Veranstaltungsverbot.
„Der Erlass des Sozialministeriums lässt noch Fragen offen“, sagt Landrat Richard Sigel. „Etwa die Frage, ob es wirklich zielführend ist, den Einzelhandel und Friseurgeschäfte weiter einzuschränken.“ Zumal die Frage, wie bei Erreichen der 200er-Schwelle der Alltag in Schulen und Kitas aussehen soll, von den Ministerien noch nicht beantwortet wurde. „Hier wünschen wir uns pragmatische Lösungen“, berichtet der Landrat aus dem erweiterten Krisenstab des Rems-Murr-Kreises. „Wenn diese nicht kommen, dann lösen wir die Dinge so, wie wir es für richtig halten. Wir haben unsere Allgemeinverfügung in der Schublade.“ Schließlich habe man etwa mit dem Schnelltestzentrum – das innerhalb von vier Wochen bereits mehr als 2300 Schüler und Kita-Kinder getestet hat – bewiesen, dass man ein umsetzungsstarker Landkreis ist. Auch mit Blick auf die Impfzentren ist der Landrat zuversichtlich, heißt es in der Mitteilung weiter.
Angesichts der hohen Fallzahlen appelliert Landrat Richard Sigel an die Bürger im Kreis: „Die Zahlen gehen leider nicht dorthin, wo wir es gerne hätten, nämlich in den Keller. (...) Deshalb müssen wir uns alle anstrengen und mithelfen, damit wir das Virus in den Griff bekommen.“