Dokumentation Reise über Berge, Täler, Wälder

Auf großes Interesse stößt die von der Bürgerstiftung initiierte Filmvorführung „Fichtenberg von oben“. Vorab gibt’s praktischen Unterricht oberhalb des Sportgeländes. Clemens Weller (links, mit weißem Hemd) erklärt die Handhabung seiner Drohne. Foto:
Auf großes Interesse stößt die von der Bürgerstiftung initiierte Filmvorführung „Fichtenberg von oben“. Vorab gibt’s praktischen Unterricht oberhalb des Sportgeländes. Clemens Weller (links, mit weißem Hemd) erklärt die Handhabung seiner Drohne. Foto: © Foto: hof
Fichtenberg / Brigitte Hofmann 14.04.2018

Vier Rotoren drehen sich, ehe der 1,4 Kilo schwere Flugkörper vom Boden abhebt und in einem Wahnsinnstempo in die Lüfte entschwindet. Voll konzentriert bedient Clemens Weller das Steuergerät, während er gleichzeitig das Display im Auge behält. An Bord der Drohne ist eine Kamera, die Bilder aufzeichnet und prompt liefert. In diesem Fall vom Viechberg und vom Sportgelände.

Kurz Flugschau

Nach wenigen Minuten ist die Flugshow beendet, und die Drohne landet genau an der Stelle, an der sie zuvor gestartet war. Maximal 500 Meter weit wäre sie geflogen und dann von selbst umgekehrt. Sie weiß, was sie zu tun hat, sie ist so programmiert. Selbst einer Windgeschwindigkeit von 35 km/h hätte sie standgehalten und für 26 Minuten hätte der Saft aus dem Akku gereicht. Nach der kurzen Demonstration ist der Hobbyfotograf gern bereit, Fragen nach technischen Details, Flugeigenschaften oder rechtlichen Voraussetzungen zu beantworten.

40 Augenzeugen

Oberhalb des Sportplatzes, in mindestens 100 Metern Entfernung zur Bahnlinie, verfolgen rund 40 Augenzeugen, wie Clemens Weller mit seinen Geräten arbeitet. Anschließend geht’s im Vereinsheim der Sportkameradschaft weiter, wo Jörg Götz alles für den Filmabend vorbereitet hat. Er war seinerzeit dafür verantwortlich, dass alles, was im Zusammenhang mit der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde passiert, in Wort, Bild und Ton festgehalten wird. Teilweise hat er mit Clemens Wetter zusammengearbeitet und beide verbindet seitdem mehr als das gemeinsame Hobby Film und Fotografie.

Dann beginnt auf der Leinwand die Reise über Berge, Täler, Wälder, Wiesen, Siedlungen und Wege hinweg. Der Hobbyfotograf legt großen Wert auf die Feststellung, dass er gewissenhaft alle Regeln beachtet, nur das ablichtet, was man sowieso sieht, die Privatsphäre achtet und vorab sämtliche Genehmigungen eingeholt hat, um mit seinem Auto alle Wege nutzen, und über gemeindeeigene Grundstücke fliegen zu dürfen. Start der Luftfahrt ist in Erlenhof. Von dort aus geht es über Gehrhof, Mittelrot, Rauhenzeinbach, Glattenzeinbach, Dappach, Langert, Hornberg, die Gehöfte westlich der Schanz‘, Diebach und den Diebachsee zurück in den Kernort. Man sieht hinein ins Erlenbachtal, erkennt hinter Baumwipfeln den Röterturm, die Photovoltaikflächen auf den Schulgebäuden und die Streuobstwiesen am Viechberg und sehr viel Wald.

Staunen lassen die Blickwinkel, aus denen der Hobbyfotograf sein Material zusammengetragen hat. Besonders eindrücklich ist der Blick auf den Zug, der sich zwischen den beiden Tunnels bewegt. Fichtenberg habe sich in den zurückliegenden Jahrzehnten zwar stark verändert, stellt Weller fest, doch die Struktur sei im Wesentlichen erhalten geblieben.

Film vom Feuerwerk

Für nicht weniger Begeisterung sorgt sein Film vom Feuerwerk. Er habe nicht viele Naturdenkmäler gefunden, aber Fichtenberg sei dennoch schön, schwärmt Clemens Weller. Er macht keinen Hehl daraus, dass er seinen Heimatort liebt.

Allerdings blickt er auch hinaus in die Welt.  Die Spenden, die in einem Körbchen landen, stellt er einer jungen Frau aus Murrhardt zur Verfügung, die sich zum Ziel gesetzt hat, mit Solarleuchten Licht in ein Dorf in Sierra Leone zu bringen.

Clemens Weller fasziniert alles, was hoch fliegt

Was für die Frau der Thermomix, das ist für Clemens Weller seine Drohne DJI Phantom 3 Professional. Für beide sind einige 100 Euro hinzublättern, aber damit zu arbeiten, ist wohl ein Erlebnis. Fotografieren und Filmen mit dem Quadrocopter ist die große Leidenschaft des gebürtigen Fichtenbergers, der in Gmünd lebt und arbeitet. Ihn fasziniere alles, was hochfliegt, sagt er: Apollo-Raumschiffe, Ufos, Flugzeuge und eben auch Drohnen. Ein Bild aus Kindertagen zeigt einen Knirps mit einem Fotoapparat in der Hand. Bei der Mama hat er sich abgeguckt, wie man damit umgeht. Bereits mit 12 Jahren hat er seine beiden Interessensgebiete zusammengeführt.  Mittels Fahrradreifen und Alufolie hat er ein Ufo gebaut, dieses auf der Schanz mit einer Nylon-Schnur an einen Ast befestigt und gegen die untergehende Sonne fotografiert – mit verblüffendem Ergebnis. Früher war es die Mutter, heute unterstützt seine Frau Ingrid seine Hobbys. Sie freut sich ebenso wie er darüber, dass das Nachfolgemodell Phantom 4 Professional vor wenigen Tagen im Haus Weller gelandet ist. 1000 Euro teuer, ausgestattet mit sieben Kameras und Full HD, liefert die neue Drohne 120 Bilder in der Sekunde. „Mein Thermomix“, lacht Clemens Weller. Er hat viel vor damit. hof