Gaildorf/Gschwend Preschers "würdiger Nachfolger"

Hans König erforscht die Geschichte "seines" Limpurger Landes. Archivfoto
Hans König erforscht die Geschichte "seines" Limpurger Landes. Archivfoto
KLAUS MICHAEL OSSWALD 20.08.2014
Ohne den legendären Gschwender Pfarrer Heinrich Prescher wäre die Geschichte des Limpurger Landes wohl vergessen worden - ohne Gaildorfs Altbürgermeister Hans König erst recht.

"Ein Mann, der sich als Geschichtsschreiber und Topograph, vor allem aber als Menschenfreund um die sonst verlassene Gegend äußerst verdient gemacht, ist Herr Pfarrer Prescher zu Gschwend." Diese Feststellung traf der Dichter und Mediziner Justinus Kerner (1786-1862), der von 1815 bis 1819 als Oberamtsarzt in Gaildorf wirkte, 1816 im "Morgenblatt für gebildete Stände".

Kerners Urteil kommt nicht von ungefähr: Er hat Heinrich Prescher (1749-1827) persönlich kennengelernt. Den Briefwechsel der beiden Männer hat der langjährige Gaildorfer Bürgermeister und Ehrenbürger Hans König (78) im Deutschen Literaturarchiv in Marbach entdeckt. Es handelt sich um 34 in herzlicher Verbundenheit verfasste Briefe Preschers an Kerner.

Diese Dokumente, von Hans König im Jahr 2012 als Buch veröffentlicht, sind ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Limpurger Landes. Allerdings tut man sich etwas schwer beim Lesen, weil die Briefe Kerners fehlen.

Dass wenigstens die gedruckten Arbeiten des passionierten Historikers heute wieder bekannt sind, ist ebenfalls ein Verdienst Hans Königs: Auf sein Betreiben hin konnte Preschers zweibändige "Geschichte und Beschreibung der zum fränkischen Kreise gehörigen Reichsgrafschaft Limpurg" (1789/90) im Jahr 1977 als Reprint herausgegeben werden.

König hatte Prescher einmal als "Meister unter den Geschichtsforschern des Limpurger Landes" bezeichnet. Nun erfährt König selber einen verbalen Ritterschlag: Dr. Stefan Knödler von der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen lobt in der aktuellen Ausgabe der "Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte" die von König veröffentlichten Prescher-Briefe, die der Autor "vorzüglich kommentiert" habe. Und er kommt zu dem Urteil: "Der Lokalhistoriker Prescher hat in seinem Herausgeber Hans König einen würdigen Nachfolger gefunden."

König bemüht sich in seinen vielen Beiträgen zur Lokalgeschichte, vor allem das Leben der "einfachen Leute" darzustellen.

Info Hans König: Heinrich Preschers Briefe an Justinus Kerner 1812-1824. Cardamina-Verlag, Plaidt 2012, ISBN 978-3-86424- 072-0; 92 Seiten, 12 Euro.