„Leicht unterbesetzt“ ist nach den Worten von Innenminister Thomas Strobl (CDU) der Polizeiposten in Gaildorf. Die Sollstärke beträgt zwölf Stellen, seit 1. April liegt diesen Informationen zufolge der Wert bei 10,9. Es sind also – die Teilzeitbeschäftigung eingerechnet – knapp elf Stellen besetzt.

Das, so Minister Strobl in der 123. Plenarsitzung des Landtags am vergangenen Donnerstag auf eine Frage des FDP-Abgeordneten Stephen Brauer, sei „in der Fläche leider häufig“ zu beklagen. Deswegen sei er dem Landtag „sehr dankbar dafür, dass wir seit 2016 so viele Polizistinnen und Polizisten ausbilden dürfen wie noch nie“.
Der Minister hatte auf eine Anfrage Stephen Brauers reagiert, der mit Blick auf die Lärmbelästigung in Gaildorf durch sogenannte Autoposer nachgehakt hatte. Im Endeffekt wurde daraus ein Gedankenaustausch zur beabsichtigten Verbesserung der Polizeipräsenz allgemein. Aber auch wenn so viele Bewerber für den Polizeidienst eingestellt wurden, „wie es nur geht“, um auch Unterbesetzungen wie in Gaildorf ausgleichen zu können, gibt Strobl zu bedenken, dass auf der anderen Seite die anstehenden Pensionierungen im Auge behalten werden müssen.

Innenminister Strobl zeigt sich kooperativ

Das heißt also, dass sich die jüngsten Einstellungen erst in den nächsten Jahren „spürbar auswirken“ werden. Dennoch ist Strobl froh, „dass Hunderte von bestens ausgebildeten und hoch motivierten Kolleginnen und Kollegen jetzt gerade in den Dienst kommen“ – nachdem sie ihre dreieinhalbjährige Ausbildung abgeschlossen haben.
Über die momentane Besetzung des Polizeireviers in Schwäbisch Hall, das dem Polizeipräsidium Aalen unterstellt ist, konnte der Minister in der Sitzung keine Angaben machen. Die will er dem Abgeordneten Brauer nachliefern. Gleichwohl versicherte er, dass die Landesregierung „ein hohes Interesse“ daran habe, dass das Haller Revier wie auch der Posten in Gaildorf „optimal arbeitet und dass wir auch in der Verkehrsüberwachung, insbesondere beim Autoposing, im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger optimal arbeiten“. Dafür, dass dies dort auch geschehe, „finden wir auch einen Weg“, äußerte er sich zuversichtlich.

Überstunden sind ein Thema

Was die leichte Unterbesetzung des Gaildorfer Postens anbelangt, scheint es dem Innenminister nicht angst und bange zu sein: Weil dort „hoch motivierte und exzellente Kolleginnen und Kollegen“ arbeiteten, „ist Gaildorf ein absolut funktionsfähiger und erstklassig arbeitender Polizeiposten“.

Dass dort auch Überstunden geschoben werden, hatte Strobl zuvor generell – also auf alle Dienststellen im Land – bejaht. Auf eine ergänzende Nachfrage des AfD-Abgeordneten Udo Stein, wie viele Überstunden dort angefallen sind, erklärte er, die genauen Zahlen würden nachgeliefert. Er könne sich diese „nicht aus dem Ärmel schütteln“. Obwohl ein erheblicher Betrag zur Verfügung gestellt worden sei, um Überzeiten abbauen zu können, gebe es noch „sehr viele Überstunden“.