Murrhardt Poetry Soul aus Boston: Für jedes Wehwehchen einen Groove

Die aus Boston stammende Sängerin Iyeoka mit ihrer Band „Rock By Funk Tribe“ im Sommerpalastzelt in Murrhardt.
Die aus Boston stammende Sängerin Iyeoka mit ihrer Band „Rock By Funk Tribe“ im Sommerpalastzelt in Murrhardt. © Foto: Karl-Heinz Rückert
Murrhardt / KR 27.07.2016
Poetry-Soul stand am Freitag beim Murrhardter Sommerpalast auf dem Programm. Die Sängerin Iyeoka und ihre Band brachten das Zelt zum Brodeln. <i>Mit Bildergalerie</i>

Das viertägige Sommerpalast-Festival im Murrhardter Stadtgarten hielt auch in seiner 21. Folge mit kulturellen Leckerbissen nicht hinter dem Berg. Einer davon war Iyeokas Poetry-Soul-Musik.

In einfühlsamen Soul-Jazz- oder rockigen Rhythm’n’Blues-Sounds ließ die Songwriterin aus Boston ihre afrikanischen Wurzeln nicht missen. Erst nach gefühlten unendlichen Rhythmen des Schlagzeugs und der Bongos betraten die Bandmitglieder zusammen mit der Sängerin die Bühne im Sommerpalast-Zelt. Mit beinahe hypnotischer Ruhe erzählte Iyeoka die sentimentale Geschichte vom Traum eines Kindes, eines Tages große Orchester zu dirigieren. Es war wohl ihr eigener Traum, denn fortan dirigierte sie das Publikum im Zelt, das schnell von Funk und Soul mitgerissen wurde und den Afro-Beats bald tanzend folgte.

Seit 2004 veröffentlicht die Musikerin in regelmäßigen Abständen Alben mit ihrer dichterischen Musik und machte sich damit in den Staaten einen Namen. Für ihr neuestes Album „Gold“ tourt die Sängerin mit ihren Bandmitgliedern „Rock By Funk Tribe“ aus Hawaii derzeit durch Europa – eine der Stationen war Murrhardt.

Für die Inselwelt im pazifischen Ozean hat Iyeoka scheinbar ein Faible. Eindeutige Surf-Sounds begleiten hin und wieder die poetisch geprägten Songs. Während sie die Inspiration für ihr Rainbow-Lied erzählte, spielte die Gitarre unverkennbar Anleihen von Israel Kamakawiwo‘oles „Somewhere over the Rainbow“. An ihre nigerianische Herkunft erinnerte Iyeoka, die mit bürgerlichem Namen Iyeoka Ivie Okoawo heißt, mit jazzigen Spirituals.

Kaum ein Song, bei dem die Sängerin nicht medizinische Wirkung versprach. Als ausgebildete Apothekerin empfahl sie, Herzschmerz („Broken Heart“) einfach wegzutanzen. Angefeuert von diesem Rat kam im Palastzelt Partystimmung auf, und Iyeoka wirbelte dazu wie ein Tropensturm über die Bühne.

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