Eine Physiotherapiepraxis ist kein Massagestudio, sagt Sandra Hoppe. Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Nadine Loflin betreibt sie in Unterrot die „Physiotherapie Sanamotion GbR“. Die beiden ärgern sich über eine verwirrende Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Patienten offenbar auch in Gaildorf davon abhält, ihre medizinisch notwendigen Behandlungstermine wahrzunehmen.

Auch Ärzte verunsichert

Die Regierungschefin hat am 22. März angesichts der Corona-Pandemie die Regelungen bezüglich Geschäftsschließungen erläutert. Angela Merkel habe dabei in ihrer Ansprache unter anderem erwähnt, dass Massagepraxen geschlossen werden müssen, jedoch medizinisch notwendige Behandlungen durchgeführt werden dürfen, stellt Sandra Hoppe fest. Die Gaildorferin präzisiert, „das bedeutet nicht, dass Physiotherapiepraxen geschlossen wurden“. Physiotherapeuten „gelten nach wie vor als systemrelevant und führen medizinisch notwendige Behandlungen durch, das bedeutet, alle Patienten mit einer bestehenden oder neu ausgestellten Verordnung werden behandelt“.

Youtube Sandra Hoppe und Nadine Loflin bei der Initiative der Physiotherapeuten in Deutschland

Leider führte die Formulierung der Kanzlerin zu massiven Missverständnissen, bedauert sie. Patienten würden nicht zum Termin erscheinen „oder rufen verunsichert an und fragen, ob wir noch geöffnet haben“. Selbst einige Ärzte seien anscheinend der Meinung, dass sie momentan keine Krankengymnastik verordnen dürfen. Diese Unsicherheit bestehe „nicht nur bei uns hier in der Region, sondern deutschlandweit, wie aus den sozialen Medien zu entnehmen ist“.

Schreiben an die Ärzte

Aus diesem Grund haben Sandra Hoppe und ihre Kollegin Nadine Loflin auf ihrer Homepage und auf Facebook darüber informiert und den Ärzten in der Region per Fax Informationen zum Thema geschrieben.

Der Betrieb gehe weiter, aber unter Auflagen. Sandra Hoppe erklärt: „Wir setzen die notwendigen Hygienemaßnahmen konsequent um. Das bedeutet Desinfektionsstation im Eingangsbereich.“ Zudem würden die Patienten direkt in die Behandlungsräume geleitet. Die Garderobe sei abgebaut, im Wartebereich liegen nun keine Zeitschriften mehr. Nach jedem Patient  „desinfizieren wir die Behandlungsliegen und Türklinken“.

Das Tragen  einer Mundschutzmaske während der Behandlung sei selbstverständlich. Auch chronisch Kranke und Senioren erhielten einen solchen Schutz. Darüber hinaus habe man in der Praxis, „den Auflagen entsprechend, alle Wellnessmassagen und Selbstzahlerbehandlungen in den nächsten Wochen abgesagt“.