Die Zahl der arbeitslos Gemeldeten in Ostwürttemberg sank im Juni um 60 auf 7290 Personen, gegenüber dem Vormonat ist dies ein Rückgang um 0,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist im Agenturbezirk allerdings ein Anstieg um 223 Personen oder 3,2 Prozent zu vermelden. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 2,9 Prozent, landesweit waren es drei Prozent.

„Positiv ist, dass alle Personenkreise am aktuellen Arbeitsmarkt profitieren konnten“, bewertet Elmar Zillert von der Arbeitsagentur die aktuellen Daten. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Gruppe der Arbeitslosen über 50 Jahre. Ihre Zahl sank um 60 auf nunmehr 2800 Personen. Im Mai hatte diese Personengruppe noch um 2,2 Prozent zugelegt – deutlich stärker als im Land. Auch im Vorjahresvergleich sank die Zahl um 1,4 Prozent.

„Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Anteil der Älteren an allen Arbeitslosen in Ostwürttemberg im Juni bei 38,4 Prozent und damit über dem Landesdurchschnitt von 35,2 Prozent liegt“, so Ziller. Deshalb werde man diese Gruppe im Fokus behalten und die Vermittlungsbemühungen intensivieren.“

Erfreuliches gibt es auch bei der Gruppe der Langzeitarbeitslosen zu vermelden. Ihre Zahl ging im Berichtsmonat Juni um 1,9 Prozent zurück. Am Ende des Berichtsmonats waren in Ostwürttemberg 1935 Personen als Langzeitarbeitslose gemeldet.

Arbeitsmarkt in der Region Es fehlen die Auszubildenden

Aalen

Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt hoch

3802 Arbeitslose – einer mehr als im Vormonat – werden im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Alg I) von der Arbeitsagentur in Ostwürttemberg betreut. In den Jobcentern waren im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) zum Ende des Berichtsmonats 3488 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 61 Personen weniger als im Mai.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf einem hohen Niveau. So wurden im Juni 1395 zu besetzende neue Stellen gemeldet. Das ist der höchste Juni-Wert der letzten sechs Jahre. Spitzenreiter ist der Bereich Lager und Verkehr mit 216 Stellen, gefolgt von Büro und Handel mit 158 Angeboten. Insgesamt standen im Juni 5614 Stellenangebote zur Besetzung zur Verfügung.

„Die Anforderungen und das Qualifikationsniveau unserer arbeitslos gemeldeten Kunden stimmen häufig nicht überein“, erläutert Zillert. Deshalb bleibe das Thema Qualifizierung im Fokus. Aktuell nutzen 925 Personen ihre Gelegenheit, an den beruflichen Weiterbildungsangeboten der Arbeitsagentur teilzunehmen.

Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber

Auf dem Ausbildungsmarkt setzt sich die Entwicklung der letzten Monate und Jahre mit steigender Dynamik fort. 4088 Ausbildungsstellen wurden bis Ende Juni gemeldet, 369 oder 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber haben sich 2584 Bewerber gemeldet. Das entspricht im Vorjahresvergleich einem Rückgang um 154 Bewerber oder 5,6 Prozent. Auf jeden Bewerber kommen im Agenturbezirk wie auch schon im Vormonat rechnerisch 1,6 zu besetzende Ausbildungsstellen.

Zillert und seine Berufsberater versuchen, den Rückgang bei den Bewerberzahlen durch individuelle kompetente Informations- und Beratungsgespräche umzukehren. „Denn“, so schließt Elmar Zillert, „die Betriebe in Ostwürttemberg brauchen dringend mehr Auszubildende, um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können.“

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Die wichtigsten Zahlen in Kürze


Arbeitslosenzahl
Ostwürttemberg: 7290
(Vorjahresmonat: 7067)
Ostalbkreis: 4676
(Vorjahresmonat: 4418)
Landkreis Heidenheim: 2614
(Vorjahresmonat: 2649)

Arbeitslosenquote
Ostwürttemberg: 2,9 %
(Vorjahresmonat: 2,9 %)
Ostalbkreis: 2,6 %
(Vorjahresmonat: 2,5 %)
Landkreis Heidenheim: 3,6 %
(Vorjahresmonat: 3,7 %)