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Ein aufsehenerregendes Gutachten hat laut Landrat Klaus Pavel keine Auswirkungen auf den Ostalbkreis.

Die Bertelsmann-­Studie zur Kliniklandschaft in Deutschland ist auch im Ostalbkreis aufmerksam gelesen worden. Für Landrat Klaus Pavel steht fest: „Die dezentralen Klinikstandorte im Ostalbkreis stehen nicht zur Disposition!“

Tenor des Gutachtens: Eine bessere Versorgung sei nur mit halb so vielen Kliniken möglich. In Deutschland gebe es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Anzahl von knapp 1400 auf deutlich unter 600 Häuser würde, so die Stiftung, die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern.

Über der kritischen Größe

Für Klaus Pavel ist der Fall klar: An den drei Klinikstandorten im Kreis wird nicht gerüttelt. „Auch wenn die Schwerpunktbildung weiterentwickelt und weiter geschärft werden muss, so wird es an allen drei Betriebsstätten weiterhin akutmedizinische und stationäre Versorgungsangebote geben.“ Die dezentrale, wohnort­nahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Menschen sei ein fest verankerter Grundsatz der Krankenhauspolitik des Landkreises, der auch 2017 mit der Verabschiedung des Medizinkonzepts 2020 dokumentiert worden sei.

Das Diakoneo reagiert auf die Forderung der Schließung Hunderter Krankenhäuser in Deutschland.

Die Bertelsmann-Studie nennt weiter 200 Betten als kritische Klinikgröße. Doch laut Pavel liegen alle Betriebsstätten der Kliniken über dieser Größe – das Ostalb-Klinikum mit 399 Planbetten, das Stauferklinikum Mutlangen mit 401 und auch der kleinste Standort, die St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen, mit 287 deutlich über dieser Marke.

Nicht vergleichbar

Die Kliniken Ostalb hätten zudem zahlreiche zertifizierte Zentren wie etwa Brust-, Darm-, Pankreas-, Trauma-, Onkologische oder Endoprothetik-Zentren, bei denen die Qualität regelmäßig einer externen Begutachtung unterzogen werde. Und die Klinikärzte würden ebenso regelmäßig als Top-Mediziner ausgezeichnet. Zu bedenken gibt der Landrat auch, dass der Untersuchungsbereich der Bertelsmann-Studie in Nordrhein-Westfalen lag. „Die für die dortige Versorgungsregion durchgespielten Simulationen und Analysen sind mit den Gegebenheiten in Baden-Württemberg überhaupt nicht vergleichbar“, so Pavel. Im Übrigen habe im Ostalbkreis bereits eine Konzentration der Kliniklandschaft stattgefunden.

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