Mit dem Start der Impfungen am 27. Dezember haben die neun Zentralen Impfzentren (ZIZ) des Landes Baden-Württemberg die Arbeit aufgenommen. Trotz der Tatsache, dass das Kreisimpfzentrum (KIZ) des Ostalbkreises wegen fehlenden Impfstoffes voraussichtlich erst am 22. Januar und nicht wie geplant am 15. Januar in Betrieb gehen könne, seien die weiteren Vorkehrungen für den Impfstart in der Aalener Ulrich-Pfeifle-Halle weitestgehend abgeschlossen, wie Ostalb-Landrat Dr. Joachim Bläse berichtet. Zusätzlich seien Mobile Teams (MIZ) unterwegs, um Menschen in Alten- und Pflegeheimen zu erreichen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Nur begrenzte Mengen an Impfstoff verfügbar

Zu Beginn der Impfungen im Kreisgebiet stehen Bläses Mitteilung zufolge nur begrenzte Impfstoffmengen zur Verfügung. Daher könnten nicht alle Menschen direkt geimpft werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe deshalb in der Impfverordnung festgelegt, wer zuerst geimpft wird (siehe Info-Rubrik).
Die Mobilen Impfteams des ZIZ beim Robert-Bosch-Krankenhaus impfen in 24 von 52 Alten- und Pflegeheimen im Kreis. Zeitnah sollen mehr als 25 Prozent der Heime geschützt sein. Sobald das Kreisimpfzentrum seinen Betrieb aufnimmt, werden auch die Mobilen Impfteams des KIZ Ostalbkreis in den weiteren 28 Heimen Impfungen durchführen.
Die Infrastruktur des KIZ Ostalbkreis ist so gut wie fertig, die notwendige EDV-Ausstattung und Software konnte über das Wochenende installiert werden. Die im Kreis federführenden Hilfsorganisationen – Malteser Hilfsdienst und die DRK-Kreisverbände Aalen und Schwäbisch Gmünd – organisieren das Personal für die Impfstraßen.
Die ärztliche Leitung übernehmen die Ärzte Peter Schmidt und Hariolf Zawadil der Kliniken Ostalb in Abstimmung mit den Pandemiebeauftragten der Kreisärzteschaften/Kassenärztlichen       Vereinigung, Dr. Manuel Kieninger und Dr. Bertold Schuler. Für die Registrierung der zu impfenden Personen stehen dem Ostalbkreis bis zu 18 Soldatinnen und Soldaten des Logistikbataillons 461 der Nibelungenkaserne in Walldürn zunächst bis Ende März zur Verfügung.
„Nach wie vor verzeichnet der Ostalbkreis eine hohe Anzahl an Neuinfektionen, welche weitestgehend auf Infektionsgeschehen in Einrichtungen und im familiären Bereich zurückzuführen sind“, äußert sich Landrat Bläse besorgt. Die Zusammenarbeit mit den Alten- und Pflegeheimen sei dagegen hervorragend, stellt er fest, „weshalb kleine Ausbruchgeschehen schnell unter Kontrolle“ seien.
Inzwischen habe die Kreisverwaltung den Amtshilfeantrag für 40 Soldatinnen und Soldaten des Transporthubschrauberregiments 30 aus Niederstetten, die seit Ende Oktober zur Nachverfolgung von Kontaktpersonen im Einsatz sind, bis 26. Februar verlängert.

Appell an die Bürger

Das Impfen der Bevölkerung wird nach den Worten des Landrats „eine längere Zeit beanspruchen“, weshalb es für alle Bürger im Kreisgebiet gelte, „die nötige Geduld aufzubringen und Verantwortungsbewusstsein für unsere Gesellschaft zu zeigen.“

Info


Für die Impfzentren können über die Servicehotline des Landes – 116 117 – Termine gebucht werden. Im Netz besteht ebenfalls die Möglichkeit, selbst einen Termin zu buchen. Voraussetzung: eine eigene E-Mail-Adresse oder die Möglichkeit, eine SMS zu empfangen. Die Impfung wird in einem der zentralen Impfzentren, vor allem im Robert-Bosch- Krankenhaus in Stuttgart, durchge- führt. Wichtig: Für das KIZ des Ostalbkreises kann momentan noch kein Termin vereinbart werden. Dies wird voraussichtlich ab 18. Januar der Fall sein.

Wer laut Impfverordnung zuerst geimpft werden kann


In Stufe 1 sind zur Impfung vorgesehen: Personen im Alter von 80 Jahren und älter; Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie das dortige Personal; Personal in der ambulanten Altenpflege; Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko zum Beispiel bei Rettungsdiensten, in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von Covid-19-Patienten, als Leistungserbringer in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie in den Corona-Impfzentren; Personal, das in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandelt, betreut oder pflegt, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin (Quelle: Landratsamt Ostalbkreis).