Schönstes Ausflugs- und bestes Wanderwetter herrschte, als sich am Sonntag viele Wanderfreunde zum Rottal-Wandermarathon nach Oberrot aufmachten. „Die Waldmeister“ und Naturparkführer Professor Dr. Manfred Krautter und Walter Hieber hatten sich zusammen mit der Gemeinde Oberrot das Rottal und die umliegenden Höhenzüge für die Marathon- Halbmarathon- und Familienrouten ausgesucht.

Früher Aufbruch wichtig

Bereits um 7 Uhr stand der erste Marathonwanderer am Start- und Zielpunkt vor dem Rathaus, schmunzelte Professor Dr. Krautter, der gerade mit Waldentdecker Walter Hieber den Informationsstand aufbaute. Danach ging es Schlag auf Schlag, denn für die 42 Kilometer lange Tour war früher Aufbruch angesagt.

Die Strecke führte über Hohenhardtsweiler, Erlenhof, Fichtenberg zur Glattenzainbachmühle. Von dort ging es weiter nach Fornsbach, Wolfenbrück zur Ebersberger Sägmühle und zurück nach Oberrot.

Auch die Halbmarathonstrecke über den Flinsberg zur Obermühle, hinauf zur Kommenturhütte bei Sittenhardt, hinunter zum Dendelbach und über Frankenberg zurück nach Oberrot war begehrt. Meist durch schattige Wälder führte die Familientour zum Sägmühlenmuseum beim Badhaus und wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Unterwegs waren auf allen Strecken frohgelaunte Wanderer zu sehen, die teils alleine, teils mit Sack und Pack samt Hund unterwegs waren. Familie Kircher aus Michelfeld etwa war zum ersten Mal mit Tochter und Sohn auf Tour. Sie hatten sich die Familienstrecke ausgesucht und waren auf dem Anstieg zum Flinsberg.

Die neue Heimat erkunden

Am Sägmühlenmuseum erfrischte sich Christel Stütz an den bereitgestellten Getränken. Sie war mit ihrem Bruder Heinz John auf der Kurzstrecke, während die anderen Familienmitglieder eine Langdistanz gewählt hatten.

Für Christel Stütz, erst kürzlich nach Oberrot gezogen, war die Wanderung eine gute Gelegenheit, das Umfeld in der für sie neuen Gegend zu erkunden. Sie lobte die gute Wegbeschilderung, die die Waldentdecker an zwei Tagen auf allen Touren angebracht hatten. Kritisiert wurde jedoch ein fehlender Gehweg entlang der viel befahrenen Kreisstraße bis zum Badhaus.

Viele Langstreckenwanderer waren nach der halben Marathonstrecke noch frisch und munter im Glattenzainbachtal unterwegs. Kein Wunder, die „Wiederholungstäter“ aus Welzheim, Renningen und Winnenden, wie sie sich selbstironisch bezeichnen, sind in ihrer Freizeit oft auf Schusters Rappen unterwegs und daher durchtrainiert. Selbst in China werde gewandert, behauptete eine Chinesin, die mit einem Paar aus Backnang marschierte. Am frühen Nachmittag kehrten zwei Wanderer aus Viernheim als erste von der Marathontour nach Oberrot zurück. Kurz danach wischten sich Volker Klöpfer und Mike Miszkalski aus Winnenden und Weißach im Tal am Rathausbrunnen den Schweiß von der Stirn und genossen die Spezialitäten, die der Verein türkischer Arbeitnehmer an seinem Stand anbot.

Tempo ist nicht entscheidend

Wie viel Zeit die Marathonwanderer auf ihren Strecken benötigten, spielte keine Rolle. Sie hatten bis zum Abend Zeit, um sich am Ziel zurückzumelden und konnten bis dahin ausgiebig die Natur genießen.

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