Klenk Holz – im Besitz der österreichischen Binderholz-Gruppe – plant den Bau einer groß angelegten Pelletierungsanlage mit weiteren technischen Anlagen. Sie soll die Wertschöpfungskette erhöhen und damit zur nachhaltigen Verwertung der Ressource Holz am Standort Oberrot beitragen. Die Gemeinde ist an der Standortsicherung und der Schaffung weiterer Arbeitsplätze sehr interessiert.

Was viele Bürger allerdings umtreibt, ist die Schallsituation, zumal sie befürchten, dass die sich dann weiter verschlechtern könnte. Binderholz-Klenk nimmt die Bedenken durchaus ernst und sagt zu, festgesetzte Richtwerte einzuhalten und weitere Verbesserungen anzustreben. Ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Firma und der Gemeinde soll dafür das Regelwerk schaffen. Der Gemeinderat hatte verbindliche Maßnahmen gefordert, ehe er bereit ist, dem Projekt und dem Bebauungsplan Strietwiesen, 3. Änderung, zuzustimmen.

Schallschutzsachverständiger wird vorgestellt

Die Geschäftsleitung von Klenk Holz war mit Gebhard Dünser und Projektleiter Christian Weigl in der Gemeinderatssitzung vertreten. Außerdem stellte sich Diplom-Ingenieur Michael Hofmann, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft IBAS in Bayreuth, vor. Er wurde sowohl von Klenk als auch von der Gemeinde als Schallschutzsachverständiger bestellt und damit beauftragt, im Interesse beider Seiten zu arbeiten. Das heißt: schalltechnische Messungen durchzuführen, eine schalltechnische Konzeptplanung zu erstellen, die Umsetzung durch die Firma Klenk zu begleiten, die Prozesse zu überwachen, weiteren Sanierungsbedarf zu erkunden.

Die Frage nach einem Interessenskonflikt ließ Hofmann gelten, wies ihn aber zurück und bat um Vertrauen. Der Vorteil läge sogar darin, sagte er, dass er die Anlagen und die Arbeitsabläufe kenne. Er wolle neutral mitwirken und konstruktiv beraten, damit eine Lösung zustande kommt. Auch verwies er darauf, als akkreditierte Messstelle der Neutralität verpflichtet zu sein.

Vertrag zwischen Klenk Holz und Gemeinde beinhaltet Beschwerdemanagement

Bestandteil des städtebaulichen Vertrags ist die Vereinbarung eines unbefristeten Beschwerdemanagements. Transparente Informationen im Zusammenhang mit Schallemissionen sind allen Seiten wichtig, auch als vertrauensbildende Maßnahme. Genereller Ansprechpartner für den sozialen und technischen Arbeitsschutz, die Betriebssicherheit von Anlagen und die Einhaltung der Vorschriften nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ist die Gewerbeaufsicht im Haller Landratsamt.

Beschwerden sollen möglichst konkret beschrieben werden. Sie sind direkt an die Firma Klenk zu richten, und die Gemeinde und das Landratsamt parallel in Kenntnis zu setzen. Aus den Reihen des Gemeinderats wird Katrin Häfner in die Abläufe eingebunden sein, um besonders relevante Schallquellen und maßgebliche Immissionsorte festzulegen. Mit der Vertragsunterzeichnung ist im März zu rechnen.