Die österreichische Binder-Gruppe investiert an ihrem Standort Oberrot. Auf dem Klenk-Werksgelände wurde eine alte Halle entkernt und abgerissen. An dieser Stelle soll eine neue Sägelinie entstehen. Dafür wurden bereits alle Gruben für die Fundamente der Anlagentechnik und tiefer gelagerte Maschinenteile ausgehoben. Aktuell werden die Fundamente für den sogenannten Aufgabeförderer der Sägelinie betoniert. Die ersten Maschinenteile dafür wurden bereits angeliefert. „Die Arbeiten schreiten mit leichter Verzögerung gut voran“, sagt Heike Gebler auf Anfrage unserer Zeitung.

Aus lokaler Produktion

Bis Ende des Jahres 2021 sollen bei Klenk auch Pellets für Heizzwecke produziert werden – und zwar im großen Stil. Das Unternehmen möchte eine Jahreskapazität von 150.000 Tonnen der Presslinge aus Nadelholz an den Markt bringen. Auch Eugen Klenk wollte bereits Pellets produzieren. Er hatte im Dezember 2014 Pläne für ein Produktionsvolumen von 50.000 Tonnen jährlich vorgestellt. Sobald die Produktion läuft, möchte das Holz-Energiezentrum Württemberg aus dem rund 30 Kilometer entfernten Obersteinenberg in Oberrot auch zwei Silofahrzeuge stationieren. Zum Jahreswechsel hat Diplom-Kaufmann Harald Senges sein Unternehmen an die Best-Pellets Handelsgemeinschaft GmbH in Karlsruhe verkauft. Am Kundenstamm und der Philosophie der Versorgung mit regional produziertem Brennstoff soll sich aber nichts ändern.

Nach Auskunft der Firma Klenk befindet sich die Pelletierungsanlage jetzt im „Vergabemodus“. Die Geschäftsleitung geht davon aus, „dass der Bau noch im letzten Quartal dieses Jahres starten kann“. Für die Errichtung der Großanlage wird mit einem Zeitraum von einem Jahr gerechnet.
Eine weitere Investition von Binder am Säge- und Verarbeitungsstandort Oberrot wird der Lärmschutz sein. Das ist eine zentrale Forderung der Gemeinde. Die Firma Klenk sei „gemäß dem aktuellen Bebauungsplan verpflichtet, eine hoch absorbierende Lärmschutzwand mit einer Mindesthöhe von fünf Metern zu garantieren“, heißt es aus dem Rathaus. Weiter sei die Wand auf mindestens 60 Prozent der Fläche „intensiv zu begrünen“. Stehen wird das Bauwerk an der Stelle einer bestehenden Wand zwischen dem Werksgelände und dem Sportplatz. Dort müssten „aus Gründen der Verkehrssicherheit“ schnellstmöglich einige Pappeln gefällt und durch neue Bäume und Sträucher ersetzt werden. Die Kosten für die Neupflanzung übernehme die Gemeinde. Im Gegenzug verpflichte sich das Sägeunternehmen, die bestehende Lärmschutzwand grundlegend zu überholen und anzupassen.

Schäden nehmen zu

Nach dem Abschluss aller Maßnahmen dürfte sich das Verarbeitungsvolumen von Klenk in Oberrot deutlich erhöhen. Ausreichend Holz, um die Maschinen profitabel am Laufen zu halten, sei vorhanden, meldet der Verband der deutschen Säge- und Holzindustrie. In einer bundesweiten Hochrechnung belaufe sich der Schadholzanteil allein in Baden-Württemberg derzeit auf 15,8 Millionen Kubikmeter. Das Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz rechne für den Zeitraum 2018 bis 2021 sogar mit einem Anfall von 21,3 Millionen Festmeter Schadholz im Land. Nach einer Einschätzung des Branchenverbandes gehen Fachleute davon aus, dass es weiterhin zu Borkenkäferbefall sowie Sturm- und Trockenschäden kommen kann. Entscheidend dabei werde die Witterung, insbesondere die Niederschläge in den nächsten Monaten und kommenden Jahren sein, erklärt Julia Möbus. Viele Betriebe hätten deshalb in die Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten investiert. So wurden im Jahr 2019 in Deutschland bereits 23,4 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz erzeugt.

Transport- und Verarbeitungskapazität fehlt


Lagerflächen Der in Berlin ansässige Verband der deutschen Säge- und Holzindustrie fordert angesichts des enormen Holzaufkommens durch Stürme und Insektenbefall die Ausweitung der Lagermöglichkeiten. Das sei das „zentrale Instrument, um die Verwendbarkeit von Holz über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen“. Aufgrund begrenzter Transport- und Verarbeitungskapazitäten befinden sich noch immer große Mengen Schadholz in den Wäldern. Um die Ausbreitung von Borkenkäfern zu verhindern und die Brandgefahr zu reduzieren, wäre eine schnellstmögliche Räumung wichtig. Was die Einrichtung von Nass- und Trockenlagern betrifft, setzt sich der Verband für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren ein. pin