Seit dem Jahr 2003 ist Roland Bader der Vorsitzende des FC Oberrot, doch an eine vergleichbare Krise kann er sich nicht erinnern. Der FCO-Vorsitzende trägt es aber mit Fassung: „Finanziell werden wir diese Ausfälle verkraften, doch wir hoffen, dass es bald zu Ende geht und der Sportbetrieb mit allen Abteilungen in vollem Umfang wieder aufgenommen werden kann.“ Natürlich muss der Verein wie alle anderen auch auf wichtige Einnahmen verzichten. „Zum Glück konnten wir aber unseren Fasching noch in vollem Umfang über die Bühne bringen, denn er ist unsere wichtigste Einnahmequelle“, freut man sich im FCO-Lager.

Ob der Markt im Oktober oder der Kreativmarkt im November stattfinden kann, stehe in den Sternen. Zudem fehlen die Einnahmen bei den Heimspielen, da man sich im Rottal immer über gute Besucherzahlen freuen kann. Konstante Ausgaben stehen den fehlenden Einnahmen gegenüber. Der FC Oberrot ist an der Kultur- und Festhalle beteiligt und muss nach einem Schlüssel einen Teil der Reparaturkosten tragen. Das waren im Vorjahr immerhin 7000 Euro.
Dagegen ist die Belastung bei den Trainergehältern überschaubar. Heiko Rohrweck, der Trainer der Aktiven, und Wolfgang Schwellinger, der Koordinator der Jugend, kamen dem Verein entgegen. Vollumfänglich ist der FC Oberrot wiederum beim „Rottaltreff“, dem Vereinsheim, zuständig. Es seien Mietausfälle zu erwarten.
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Oberrot

Körperloses Training kommt bei manchen nicht gut an

„Insgesamt mache ich mir wegen der Corona-Krise keine großen Sorgen“, meint der Vorsitzende, „ein paar Euro haben wir noch Schulden wegen unserer Flutlichtanlage, doch das haben wir im Griff. Mehr Sorgen mache ich mir um den Sport, denn das körperlose Training kommt bei manchen Spielern nicht gut an. Das Sahnestück beim Training ist das Abschlussspiel und das muss leider immer noch ausfallen.“ Der Ansicht ist auch Fußball-Abteilungsleiter Pietro Santonastaso, der sich freut, dass mit dem Training begonnen wurde. Roland Bader habe mit der Gemeinde ein Konzept entwickelt, mit dem man die Verordnungen umsetzen kann, doch mit dem Abstandhalten und der Desinfektion aller Utensilien sei das Ganze doch sehr aufwendig.

Derzeit kommen die Spieler freiwillig zum abgespeckten Training; wie lange man das so aufrechterhalten kann, sei ungewiss. Es sei schwierig, alle bei Laune zu halten, und „ich mache mir Sorgen, ob alle nach der Krise wieder weitermachen“, befürchtet der Abteilungsleiter Verluste. Noch sei die Stimmung gut, doch auf Dauer könnte die Sache schwierig werden. „Die Corona-­Krise traf uns in den ersten zwei oder drei Wochen hart, denn unsere normalen Tagesabläufe haben gefehlt, dann folgte die zweite Phase. So schlecht war das ein paar Tage gar nicht, doch dann wurde der Wunsch immer stärker, wieder Kontakt zueinander aufzunehmen.“
Für die neue Saison ist beim FC Oberrot alles klar. Heiko Rohrweck bleibt Trainer, der Kader bleibt zusammen und was der Bezirk mit den Mannschaften der B-Ligen plant, das wartet man gespannt ab. Die Alten Herren pausieren noch, denn „die wollen kicken, trainiert haben sie in ihrer Laufbahn genug“, verrät der Vorsitzende.

Auch in anderen Abteilungen tut sich was

Daniel Böhm ist der Chef der Tischtennisabteilung, die seit Jahren erfolgreich in der Szene mitmischt. Die Saison wurde wegen der Corona-Krise abrupt abgebrochen und seither ruht der Betrieb bei den etwa 80 Mitgliedern. Nach den Sommerferien, Anfang September, ist der Neustart geplant. Die Abteilung wird wieder die gleichen Teams zum Spielbetrieb melden, also ein Damenteam, zwei Herren- und zwei Jugendteams. Allgemein hoffen die Spieler, dass die Auflagen etwas gelockert werden.
Die Karateabteilung des FC Oberrot umfasst etwa 50 Mitglieder. Dusan Spirov, vielen noch als Fußball-Schiedsrichter in Erinnerung, leitet die Gruppe. Vorige Woche begannen die Karatekämpfer mit dem Training in der Klenk-Sporthalle. Zwar dürfen maximal zehn Personen trainieren, doch mit mehreren Gruppen, die sich abwechseln, will man die Zwangspause beenden.

Gaildorf

Isolde Kampmann trat die Nachfolge der langjährigen Turnabteilungsleiterin Inge Stengelin an. Mit 340 Mitgliedern bietet die Abteilung Gesundheitssport, Aerobic, freies Turnen oder auch Volleyball an, um nur einige Sparten zu nennen. Bisher ruht der Betrieb bei den Turnern, auch bei den Kids bis elf Jahren, da man sich den Richtlinien der Kindergärten anpassen will. Vorsitzender Roland Bader möchte in Kooperation mit der Schule 2021 eine FSJ-Stelle (Freiwilliges Soziales Jahr) anbieten. Die Stelle soll zu 70 Prozent für die Schule und die restliche Zeit im Verein für Kinderturnen oder Fußball angeboten werden.

Auf dem Laufenden halten

Ein paar Punkte treiben Roland Bader um. Da wäre die Generalversammlung, die laut Statuten im Frühjahr fällig gewesen wäre. Die Frage ist, wie man die über 800 Mitglieder auf dem Laufenden halten kann. Zum anderen wäre der Vorsitzende sehr beruhigt, wenn nach seinem „Vereinsruhestand“ sein Nachfolger ein geordnetes Haus und erfahrene Mitarbeiter vorfinden würde – wie er damals mit dem Vorsitzenden Hans-Peter Schofer, mit Karl Lippoth, Manfred Dietrich, Rudolf Heizenröder oder Inge Stengelin. Aber es gebe ja noch Zeit, um daran zu arbeiten, versichert Roland Bader.