Sich zurücklehnen und gelassen dem Wahltag entgegensehen – das kommt für Daniel Bullinger, der am 2. Februar als Bürgermeister der Gemeinde Oberrot wiedergewählt werden möchte, überhaupt nicht infrage. Er geht zwar ohne Gegenkandidaten ins Rennen, doch er hofft, dass sich die 2700 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger deswegen nicht vom Gang an die Urne abhalten lassen.

Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung – „ein vitales Zeichen für unsere Demokratie“ – wünscht sich der 34-Jährige, der am 29. Januar 2012 mit überwältigender Mehrheit zum Nachfolger von Werner Strack auf den Chefsessel im Rathaus befördert wurde. Doch er weiß mit Blick auf Alleinkandidaturen im Land, dass viele Bürger meinten, die Wahl sei ohnehin schon gelaufen.

Im Gespräch mit Bürgern

Daniel Bullinger, der kurz vor Weihnachten Vater eines Sohnes geworden ist, macht also Wahlkampf wie geplant und bietet eine Reihe von Bürgergesprächen an. Auftakt dazu war bereits am Mittwochabend, noch vor der Entscheidung, ob er einziger Kandidat bleiben oder Konkurrenz bekommen würde. Seit Donnerstag, 18 Uhr, ist bekannt: Konkurrenz gibt es keine.

Diese Tatsache wirkt sich zumindest auf einen Termin aus, den der vielbeschäftigte Bullinger – er ist seit 2014 auch Kreisrat – nun in seinem proppenvollen Kalender streichen kann: Eine offizielle Bewerbervorstellung der Gemeinde wird es gemäß Ratsbeschluss nicht geben. Eine solche wäre bei zwei oder mehr Kandidaten zustande gekommen.

Finanzen in Oberrot Ein Loch ist im Haushalt

Oberrot

Seit er am 11. November seine Bewerbung – vom Gemeindewahlausschuss als frist- und formgerecht und damit rechtskonform eingestuft – eingereicht hat, ist der diplomierte Verwaltungswirt, der vor seiner Wahl in Oberrot vier Jahre lang Hauptamtsleiter der Gemeinde Mötzingen war, im Wahlkampfmodus. Er zieht eine positive Bilanz seiner ersten Amtsperiode. Gemeinsam mit Gemeinderat und Bürgerschaft „konnten wir viel erreichen und stehen als Gemeinde sehr gut da“. Nun gelte es, Oberrot weiter fit für die Zukunft zu machen.

Vor allem das „gute Miteinander“ in der Gemeinde zwischen Kirchen, Vereinen und Initiativen gelte es zu bewahren. Deshalb würde er sich freuen, „wenn wir den begonnenen gemeinsamen Weg weitergehen können“. Bullinger nennt das in den vergangenen acht Jahren Erreichte – vom Ausbau der Infrastruktur bis hin zum Schuldenabbau – und skizziert die Ziele seiner möglichen zweiten Amtsperiode.

Wichtigste Themen seiner Agenda sind der Ausbau und die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung, die Sanierung und Weiterentwicklung der Grund- und Werkrealschule und der flächendeckende Breitbandausbau. Aber auch das Sanierungsgebiet „Hausen II“ und die Gründung eines Bürgernetzwerks, die Einführung der Schulsozialarbeit und eine weitere Unterstützung der örtlichen Unternehmen nimmt er ins Visier.

Schließlich sieht Bullinger auch weiteres Potenzial in der kommunalen Zusammenarbeit im Rottal und im Limpurger Land, um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Der gut vernetzte Bürgermeister rät daher allen Akteuren, „mehr in Raumschaften zu denken“.

Info


Nach dem Auftakt im Jaghaus bietet Daniel Bullinger weitere Bürgergespräche an: am 10. Januar im „Bürgerstüble“ in Hausen, am 14. Januar im Landgasthof Golfclub in Frankenberg und am 17. Januar im Vereinslokal Rottaltreff in Oberrot. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.