Es kommt nicht häufig vor, dass eine Baufirma schon vor dem zugesagten Termin startet. Der Gemeinde Oberrot kann das nur recht sein, will sie doch die weitere Erschließung des Baugebiets Ficht­äcker zügig über die Bühne bringen. Entlang der Straße nach Hohenhardtsweiler entstehen 21 Bauplätze für Einfamilienhäuser und im nordöstlichen Bereich zwei für Mehrfamilienhäuser. Ein Teil wird als Reserve zurückgehalten. Schon vor dem offiziellen Spatenstich am Montagabend hatte die Firma Georg Eichele aus Untergröningen mit den Arbeiten begonnen und massenhaft Erde bewegt. Etwa 2500 Quadratmeter Fahrbahnen und Gehwege sind zu bauen, 700 Quadratmeter Fläche zu pflastern, 940 laufende Meter Kanal und 25 Hausanschlüsse zu verlegen sowie zwei Kilometer Randeinfassungen, sieben Hydranten und 30 Straßenbeleuchtungen zu setzen. Gerechnet wird mit rund einem Jahr Bauzeit. Das Bauvolumen umfasst brutto knapp 1,6 Millionen Euro.

Das mit der Planung beauftragte Büro „LK und P“ aus Mutlangen war mit Ingenieur Frank Biegert und Bauleiter Matthias Kolb, die Firma Eichele mit Juniorchef Oliver Eichele und Bauleiter Hannes Hartmann, die ENBW ODR durch Gerhard Horlacher, Unitymedia durch Susanne Deutsch und der Bauhof durch Gerd Hertäg vertreten. Personal von der Verwaltung, einige Gemeinderäte, Nachbarn und Interessenten hatten sich zum Spatenstich eingefunden.

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Oberrot

Verbindung zur Straße

Die Bauarbeiten laufen so ab, dass die Firma Eichele mit der Anbindung des Baugebiets an die L 1054 beginnt und dann die Verbindung zum jetzigen Ende der Klingwiesenstraße herstellt. Somit kann die Bauabwicklung komplett über diese Zufahrt erfolgen, was die Anlieger zumindest vom Baustellenverkehr entlastet. Dass die Anbindung des Neubaugebiets über einen Kreisverkehr nicht genehmigt wurde, hat Bürgermeister Daniel Bullinger noch nicht verdaut. Langfristig wolle die Gemeinde aber daran festhalten, versicherte er.

Das ursprüngliche Entwicklungskonzept für die Erschließung des Neubaugebiets Ficht­äcker in zwei Ausbaustufen stammt aus dem Jahr 2006. Zu Beginn sei der Verkauf der Plätze eher zäh gelaufen, so Bullinger. Jetzt geht’s zügig voran. Im Juli 2016 sei man in die Vorplanung für die zweite Erweiterung eingestiegen und habe zugleich Grundstücksverhandlungen geführt. Im November 2017 stand der Aufstellungsbeschluss, im September 2018 gab der Gemeinderat seine Zustimmung, im Februar 2019 erfolgte die Vergabe der Erschließungsarbeiten. Die meisten Hürden seien übersprungen, sagte Planer Biegert. Noch sei es Zukunftsmusik, aber geplant sei unter anderem, später einmal überschüssiges Wasser vom Berg zu holen und in einem Fanggraben Richtung Rot zuleiten. Weil mehr Interessenten als Bauplätze da sind, werden diese anhand eines Kriterienkatalogs mit Punktesystem vergeben. Bewerben kann man sich noch bis 31. August.

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