Gschwend Nichts als „Flickerei“ in Sicht

Gschwend / Anja Jantschik 12.10.2018
Straßenbauamtsleiter Heiko Engelhard hat keine guten Nachrichten für die Bürgerinitiative L 1080.

Im Saal des Friedrich-von-Schmidt-Hauses in Frickenhofen gab es am Dienstagabend nur noch Stehplätze. Groß war das Interesse, das der Besuch des Baudirektors Heiko Engelhard vom Straßenbauamt Ellwangen bei der im Mai gegründeten Bürgerinitiative für einen schnellen Ausbau der Landesstraße 1080 hervorrief. Als deren Sprecher hatte Walter Hees Fragen an den Straßenexperten formuliert. Und Heiko Engelhard blieb keine Antwort schuldig. Allerdings hatte er keine guten Nachrichten für die Bürgerinitiative: Eine Sanierung der Landesstraße sei „in greifbarer Nähe“, allerdings kein Ausbau. Grund ist eine Prioritätenliste, die das Land 2010 aufgestellt hat. Und auf dieser ist die L 1080 als Priorität nicht zu finden.

Die Besucher der Veranstaltung bekamen zu hören, dass bis 2020 insgesamt 129 Straßen im Zuständigkeitsbereich des Straßenbauamts Ellwangen (Ostalbkreis, Heidenheim und Schwäbisch Hall) saniert werden sollten. Allerdings stehen dafür nur sieben Millionen Euro im Jahr zur Verfügung – für Walter Hees ein „Nasenwasser“.

Engelhard stimmte zu, dass die L 1080 teilweise zu schmal für den Begegnungsverkehr sei: „Da brauchen wir nicht zu diskutieren.“ Er bestätigte zudem, was die Besucher vorab festgestellt hatten: Der Schwerlastverkehr nehme stetig zu, da immer mehr Firmen – auch auf dem Land – keine Lagerhaltung mehr betrieben, sondern „just in time“ liefern. Gschwends Bürgermeister Christoph Hald erkundigte sich auch nach der Zukunft der Straßen auf der Gesamtmarkung Gschwends. Als Beispiel nannte er Gschwend-Hundsberg. Auch diese Strecke teile das Schicksal der L 1080, antwortete Engelhard, sprich: Sie und andere stehen ebenfalls nicht auf der Prioritätenliste. Alle vier Jahre würden sämtliche Landesstraßen und deren Zustand nach unterschiedlichen Kriterien wie Griffigkeit, Risse, Schadensflächen oder Spurrillen aufwendig erfasst, erklärte er.

Altkreisrat Gerhard Böhm erkundigte sich, warum die Straßen ab der Kreisgrenze in Richtung Kreis Schwäbisch Hall oder auch zum Rems-Murr-Kreis gut ausgebaut seien. „Weil sie mehr Abgeordnete haben?“, wollte er wissen. Doch da erinnerte Engelhard, dass diese Straßen vor 2005 ausgebaut wurden, als es noch eigenständige Straßenbauämter gab. „Da hatte jeder Leiter eine eigene Philosophie.“ Altbürgermeister Helmuth Kaufmann war der Ansicht, dass die Richtlinien zu Straßenbreiten veraltet seien. Heutige Autos seien breiter. Seit 2008 gebe es aufgrund dessen neue Richtlinien, berichtete Engelhard. Aber diese greifen nur bei Neubauten, nicht bei Straßensanierungen.

Die Besucher zeigten sich enttäuscht darüber, dass selbst eine Sanierung angesichts der Finanzlage nicht so schnell kommen wird, geschweige denn ein Ausbau: „Also nur eine Flickerei“, war zu hören. Doch diese halte nicht lange, da Schwerlastverkehr wegen zu geringer Straßenbreite immer wieder die Bankette hinunterdrücke. „Und dann wird die Straße wieder schmaler!“

„Wir werden dranbleiben“, stellte Walter Hees am Ende fest und nahm vom Eschacher Bürgermeister eine weitere Unterschriftenliste mit 75 Signaturen entgegen. „Mittlerweile haben wir weit über 500 Unterstützer“, sagte Hees erfreut.

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