Gaildorf Neue Gaildorf-App soll „jugendlicher“ werden

Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 01.08.2018
Gaildorfs Internetauftritt ist samt Service für mobile Nutzer in die Jahre gekommen. Nun wird das Ganze überarbeitet. Der Gemeinderat will auch die sozialen Medien einbezogen wissen.

Auswärtige Stadtbummler nutzen sie und orientieren sich. Einheimische schätzen die aktuellen Hinweise auf Neuerungen im Städtle. Alle werden fündig und sind sehr zufrieden mit der übersichtlichen Gaildorf-App, der Software, der „Application-Software“ für Smartphones und andere mobile Geräte.

Das war zumindest das Ziel, als der Gemeinderat im März 2013 den Vorschlag der Stadtverwaltung begrüßte und damit einer eigenen App den Weg ebnete. Seither haben Nutzer das digitale Service-Modul insgesamt 1209 Mal auf ihren Endgeräten installiert, wie Rathaus-Pressesprecher Dr. Daniel Kuhn kürzlich dem Gemeinderat berichtete. Über die tatsächliche Verbreitung der kostenlosen App indes lasse sich deshalb nicht viel sagen, weil in dieser Zahl auch Mehrfach-Downloads enthalten seien und der „News“-Bereich „lange Zeit kaum gepflegt“  worden sei.

„Ein wenig unansehnlich“

Aber: Das Programm werde „relativ konstant“ genutzt. Wobei die Häufigkeit der Abrufe extrem schwankt – zwischen zehn und 500 pro Nachricht. Das Ganze nun in die Tonne zu stopfen, steht aber nicht zur Debatte. Die App, im Lauf der Jahre „ein wenig unansehnlich“ geworden, habe „durchaus Potenzial“, wie Daniel Kuhn feststellt. Ein weiteres Manko der App: Bei der Einführung sei die Zielgruppenanalyse vernachlässigt worden: Die App richte sich sowohl an Touristen als auch an Bürger, um eine „doppelte Nutzergruppe“ zu bekommen. Dies sei nicht gelungen. Damit seien potenzielle Nutzer eher abgeschreckt worden.

Nun steht eine gründliche Überarbeitung der städtischen Internetseite wie auch der App an, „um erstens die Zielgruppe zu schärfen und zweitens die Module dem eigentlichen Einsatzzweck stärker anzupassen.“ Kuhn denkt dabei an eine „Bürger-App“, die aus vorhandenen Modulen entstehen soll. Diese könnte dann „lokal genutzt“ und zum „direkten Kontaktkanal“ ausgebaut werden. Unabdingbar ist laut Kuhn: Die App müsse Nutzern einen „Mehrwert“ bringen.

Und noch ein Knackpunkt: Jugendlichen scheinen die Inhalte einer schematisch aufgebauten App völlig egal zu sein. Allerdings sieht die Stadtverwaltung keine Möglichkeit, eigene Kanäle etwa über Youtube, Instagram oder Facebook zu betreiben. Der Pflegeaufwand dafür sei zu groß, heißt es dazu in einem Arbeitspapier zur jüngsten Ratssitzung – das mit einer Portion Skepsis gewürzt ist: Für eine App unabdingbare Informationen wie etwa Straßensperrungen oder Baustellen seien „über die jungen, modernen Medien kaum zu vertreiben“ – deshalb, „weil diese wenig interessant sind bzw. der Aufwand einer Bebilderung und regelmäßigen Pflege zu groß ist.“ Auch werde sich aus dem Kreis der Jugendlichen kaum jemand finden, der einen solchen städtischen Kanal pflegen würde.

„Grundsätzlich misstrauisch“ reagierte CDU-Fraktionschef Matthias Rebel in der Debatte um eine App-Erneuerung. Er glaubt, bei kommunalen Apps einen rückläufigen Trend zu erkennen. Die Verwaltung müsse sich nun „kreative Gedanken“ machen hinsichtlich einer Kommunikation über die sozialen Medien, um auch junge Leute zu erreichen. Skeptisch auch SPD-Stadtrat Martin Bohn und FWV-Fraktionschef Heinrich Reh, für den es entscheidend ist, alle Angebote für alle Geräte nutzbar zu machen.

„Bleiben Sie dran!“

Auch für Margarete John, Vorsitzende der SPD-Fraktion, ist es „unglaublich wichtig“, die sozialen Medien zu nutzen und die Jugend einzubeziehen. Sie riet dazu, das Jugendreferat in den Entwicklungsprozess einzubeziehen.

So sieht es auch CDU-Stadtrat Günther Kubin.   Er mahnte aber dazu, die überarbeitete App besser zu pflegen und zu bewerben. Rathaussprecher Kuhn ermunterte er: „Bleiben Sie dran!“ Das Mandat dazu hat er: Der Gemeinderat beauftragte bei einer Enthaltung (Bohn) die Verwaltung, einen Förderantrag beim Land zu stellen und nach positivem Bescheid die Überarbeitung anzugehen. Die Module würden rund 25 000 Euro kosten, die Pflege monatlich 350 Euro. Bürgermeister Frank Zimmermann: Wenn wir jetzt etwas machen, dann machen wir es richtig!“

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