Gaildorf Neuauflage geglückt: großer Zuspruch fürs Floßfest

Gaildorf / Jochen Höneß 23.07.2018
Ein Wochenende lang lebt altes Handwerk in Gaildorf wieder auf. Die Veranstaltung soll als großes Stadtfest etabliert werden.

Zufrieden steht Frank Zimmermann am Eingang des Festzelts und lässt den Blick über die unzähligen Köpfe im Innern schweifen. Es ist Sonntagnachmittag, das Gaildorfer Floßfest steuert seinem Finale entgegen. „Bislang habe ich ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen“, freut sich der Bürgermeister. Und in der Tat ist der Zuspruch bei den Gästen groß: An allen drei Tagen kommen sie in großer Zahl auf die Kocherwiesen.

Das Experiment scheint geglückt: Zum einen hat das Floßfest wie in der Vergangenheit auch heute den Zweck, ein altehrwürdiges Handwerk in den Fokus zu rücken, das einst ein zentraler Wirtschaftszweig in der Stadt am Kocher war. Hätten die Limpurger seinerzeit nicht jede Menge Holz über den Fluss gen Hall verschifft, wären die Siedeöfen dort oft kalt geblieben. Die Gaildorfer Flößerzunft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte lebendig zu halten.

Zum anderen wollen Zimmermann und der Stadtmarketingverein das Floßfest als großes Stadtfest im Sommer in Gaildorf etablieren. Dazu braucht es ein umfangreiches Rahmenprogramm, und da ließ man sich bei der Neuauflage nach vierjähriger Pause nicht lumpen: Eine Feuershow der Extraklasse, bunte Laser im Bierzelt, ein Feuerwerk, das den Gaildorfer Nachthimmel erstrahlen ließ, Programm für die ganze Familie, Livemusik und DJs, Essen und Trinken – das Programm weist in die Richtung, die das Floßfest nehmen soll. Zumindest der Zuspruch in der Bevölkerung legt die Vermutung nahe, dass das Konzept aufgeht. Nun gehe es darum, so Zimmermann, die Veranstaltungen terminlich zu entzerren, denn Kino im Schlosshof, Westernreitturnier in der Reithalle und Floßfest sind womöglich etwas viel für ein Wochenende. Und natürlich muss eine solche Veranstaltung auch finanziell abgesichert sein, weshalb man weiter auf Sponsoren hofft. Wenn alles passt, kann sich Zimmermann eine Neuauflage 2019 vorstellen – und meint damit auch ausdrück­lich eine Fortführung der Zusammenarbeit zwischen DLRG und Flößerzunft. Letztere hat sich in diesem Jahr auch ums Floß gekümmert; in den Jahren zuvor war dies Aufgabe der DLRG. „Aus meiner Sicht“, so der Bürgermeister, „können künftig beide mit ihrem Floß am Fest teilnehmen.“

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