Murrhardt Musikstile kreativ-virtuos gemixt

Jonathan (Klavier), Fabian (Tuba), Lukas (Viola) und David Hanke (Blockflöte) begeistern mit Musizierlust.
Jonathan (Klavier), Fabian (Tuba), Lukas (Viola) und David Hanke (Blockflöte) begeistern mit Musizierlust. © Foto: Elisabeth Klaper
Murrhardt / Elisabeth Klaper 19.09.2018
Stehende Ovationen gibt es für die Hanke Brothers und ihr mitreißendes Konzert in der Murrhardter Stadtkirche.

Vom Start weg sorgen die Hanke Brothers Fabian, Jonathan, Lukas und David Hanke aus Sindelfingen für Furore in der Murrhardter Stadtkirche. Mit überschäumender Musizierlust und Fantasie überwinden die vier Vollblutmusiker – mit Tablets statt Notenblättern – mühelos alle Grenzen zwischen den Genres.

Dazu mixen und kreieren sie selbst und in Kooperation mit zeitgenössischen Komponisten aus Elementen von klassischen Werken bis zu topaktuellen Hits ganz neue Stücke. Wie eine Jazzband spielen sie gemeinsam, zwischendurch tritt aber jeder immer mal wieder auch solistisch hervor – mit notierten und improvisierten effektvollen Partien.

Alle Brüder sind Studenten

David Hanke, der Älteste, studiert in Wien Blockflöte und führt augenzwinkernd durchs Programm. Die anderen Brüder studieren in Stuttgart: Lukas Hanke berührt mit seiner bezaubernd romantischen Spielkunst auf der Viola die Herzen, ist vielseitig aktiver Kammer- und Orchestermusiker, aber auch versierter Cajón-Perkussionist und Moderator.

Der Pianist Jonathan Hanke komponiert und arrangiert für seine Brüder und andere Künstler. Seine Inspirationsquellen sind der britische Jazz-Virtuose Jacob Collier und „alles zwischen Klassik und Jazz“, verrät er. Fabian Hanke, der Jüngste, entlockt der Tuba eine unglaubliche Vielfalt an Tönen und Klangfarben, spielt aber auch stilvoll Violine.

Die große Zuhörerschar erlebt die Brothers als fantasievolle Brückenbauer zwischen hochkarätiger Kunst- und leichter Unterhaltungsmusik. Höhepunkte des Programms sind aktuelle Werke, die zeitgenössische Komponisten für die Brüder kreierten.

So zum Beispiel „Die vier Elemente“ des Briten Oliver Davis. In „Erde“ treffen melodiöse, innovativ kombinierte Klangfiguren auf vorwärtsstrebende Rhythmen. In „Wasser“ breitet das Klavier einen Klangteppich der Wellenbewegungen aus, über dem Tuba, Viola und Flöte atmosphärisch-idyllische Figurationen zur Entfaltung bringen. Beschwingte, tänzerische Rhythmen bestimmen die „Luft“. Eine einfallsreiche Geräusch-Klang-Malerei ist „Feuer“: Darin illustrieren unruhige Tonwiederholungen züngelnde, lodernde Flammen, dazu ahmt die Cajón-Perkussion das Prasseln und Knacken nach.

In „Die 7 Kontinente“ mixt Aleksey Igudesman witzige, klassische und poppige Details zu einer wirbelnden Weltreise. Daraus präsentieren die Hanke Brothers „Europa“, ein amüsantes Melodien-Ratespiel. Auch zwei Werke von Jonathan Hanke gibt’s zu genießen. Die „Brovertüre“ umfasst eine Vielzahl verspielter, lyrischer Motive sowie eine fetzig groovende Rhythmik. Sie ist auf jeden der Brüder so zugeschnitten, dass dieser seine Virtuosität zur Geltung bringen kann.

Schönes Stück ohne Namen

Ein großer Hörgenuss ist ein Stück, das noch keinen Namen hat und zu dem die Zuhörer auf Postkarten viele Vorschläge abgeben. Darin treffen romantische Melodien auf eine Vielfalt der Rhythmen mit reizvoll schrägen Jazz-Anklängen.

Im spektakulären Originalwerk für Tuba und Klavier von Mike Forbes kommt die Königin der Blechblasinstrumente ganz groß raus: Voller Spielvergnügen erzeugt Fabian Hanke ein enorm breites Spektrum an Tönen und Nuancen. Mit stehenden Ovationen, Bravorufen und enthusiastischem Beifall danken die Konzertbesucher den Hanke Brothers, die noch zwei Zugaben draufsetzen.

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