Die Schweizer Group Global GmbH mit Sitz in Hattenhofen hat den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Gleichzeitig hat das Amtsgericht Göppingen den Stuttgarter Rechtsanwalt Marcus Winkler als vorläufigen Insolvenzverwalter der Unternehmensgruppe eingesetzt.

Die insgesamt 627 Mitarbeiter des von Schweizer an den vier Standorten Murrhardt (125), Hattenhofen (212), Plauen (150) und Roding (140) wurden über das Verfahren und das weitere Vorgehen informiert. Für die Monate Januar, Februar und März erhalten sie anstelle ihrer Löhne und Gehälter Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit. Die ausländischen Gesellschaften in Tschechien und China mit jeweils 80 Arbeitnehmern sowie die Beteiligung in der Türkei sind nicht von der aktuellen Entwicklung betroffen.

Marcus Winkler ist Partner der auf die Sanierung von Unternehmen spezialisierten Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff. Er ist derzeit mit seinem Team vor Ort und hat damit begonnen, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu prüfen sowie Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufzunehmen. „Wir werden uns in den kommenden Wochen die Ausgangslage genau anschauen und alle uns zur Verfügung stehenden Optionen sondieren“, sagt Sanierungsexperte Winkler.

Gewerkschaft will Klarheit

Sein Ziel sei es, die bestmögliche Lösung für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie die Gläubiger des Automobilzulieferers zu finden. Die Ausgangslage sei allerdings nicht einfach, da die Schweizer Group Global GmbH erst vor vier Monaten aus einem Insolvenzverfahren hervorgegangen sei. Der Geschäftsbetrieb der Schweizer Group wird derweil aufrechterhalten und läuft ohne Einschränkung weiter. „Alle Kunden werden weiterhin professionell und mit der bewährten Sorgfalt und Qualität bedient“, so Winkler weiter.

Oberstes Ziel müsse es nun sein, Klarheit zu bekommen, sagt Martin Purschke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, dem Teckboten. Noch wisse man nicht, warum der neue Eigentümer, die US-Firma Marabek, ein Insolvenzverfahren für die vier Werke in Deutschland mit 627 Beschäftigten beantragt habe. Dass es an der Situation der Autoindustrie liege, die die Schweizer Group mit anspruchsvollen Aluminiumdruckguss-Komponenten beliefere, sehe er nicht. Ihm sei kein neuerlicher Einbruch der Branche bekannt.