Der Fornsbacher Waldsee gehörte am Wochenende Modell-Kapitänen mit ihren Rennbooten und Schiffsmodellen. Wer sich bei spätsommerlichen Temperaturen nochmals in die Waldseefluten stürzen wollte, musste sich mit dem Seeabschnitt beim Sandstrand zufriedengeben. Alle Badeeinstiege rund um das Gewässer waren aus Sicherheitsgründen gesperrt. Zum Schutz der Badegäste war auch beim Strand ein Netz gespannt, um mögliche „Ausreißer“ bei den Rennbooten abzufangen. Die jagten mit laut heulenden Antrieben um den Bojenkurs am südlichen Seeufer. Ihre Piloten hatten sich auf der Plattform postiert, wo sonst Angelfreunde ihre Köder im Wasser tanzen lassen.

Enorme Geschwindigkeiten

Die Rumpfkonstruktionen der Rennboot-Modelle mit Oberflächenpropeller oder voll getauchten Unterwasserpropellern erreichen mit ihren Elektromotoren in den verschiedenen Klassifizierungen enorme Geschwindigkeiten. Von den Piloten an den Fernsteuerungen wird dann höchste Konzentration gefordert. Die Bootsmodelle flogen buchstäblich über das Wasser und zogen Gischtstreifen hinterher. Hin und wieder verwandelte sich ein kleiner Wasserflitzer in ein „Flugzeug“, um nach kurzer Flugphase kieloben im Wasser zu landen. Aus der misslichen Lage konnte nur das kleine Ein-Mann-Rettungsboot des Schiffs-Modellsport-Clubs Stuttgart den Havaristen befreien. Der Modellsport-Club hat das nasse Spektakel am Waldsee zusammen mit der Stadt Murrhardt organisiert. Gleich um die Ecke hatten die Rennbootenthusiasten ihre Reparaturwerkstätten eingerichtet. Dort wurden die Rennboote nicht nur repariert, sondern auch für ihren nächsten Einsatz kalibriert.

Am Bootssteg ließen es die etwas älteren Clubmitglieder mit ihren vorbildgetreuen Schiffsnachbauten gemächlicher angehen. Sie mussten bald einem kleinen und großen Publikum Rede und Antwort über ihr Hobby stehen. Kaum hatte Freizeitmodell- skipper Franz Burger seine Modelle auf den Tisch gestellt, ließen Fragen nicht lange auf sich warten. Vor allem sein detailreich aufgetakelter Krabbenkutter stach den interessierten Besuchern ins Auge. Ja, das sei eine aufwendige Arbeit, alles möglichst originalgetreu zu modellieren. Auch die unter Deck versteckte Elektronik- und Antriebstechnik sei eine ständige Herausforderung, räumte der ehemalige Musiklehrer, Band- und Eventmanager aus Stuttgart ein.

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Erst jetzt im Ruhestand könne er sich voll und ganz seinem Hobby widmen. Seine Modelle lässt er hin und wieder auf kleineren Weihern rund um den Stuttgarter Stadtteil Möhringen kreuzen, wo er wohnt. Den Waldsee kenne er gut, fügte er im Gespräch an. Oft genieße er zusammen mit seiner Frau das Einkehrangebot und Spaziergänge rund um den See. Aufmerksamkeit erregte Herbert Kazmierzak mit seinen Fregatten und Kreuzern. Er war lange Jahre Vorsitzender des Stuttgarter Schiffs-Modellsport-Clubs und daneben auch landes- und bundesweit bei Modellbauorganisationen aktiv. Er betreibt den Schiffsmodellbau seit seiner Jugend und hat mehr als 16 Modelle im Keller stehen. Das schwerste bringt über 40 Kilogramm auf die Waage. „An dem Hobby reizt mich das Zusammenbauen der Modelle. Wenn sie dann fertig sind, haben sie ihre Attraktivität für mich verloren“, gestand der Modellskipper und ließ seine Fregatte vom Stapel in die Waldseefluten gleiten.

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