Murrhardt / Christine Schick  Uhr
Drei Kandidaten gehen in Murrhardt ins Rennen: Amtsinhaber Armin Mößner, Roland Anton Krojer und Samuel Speitelsbach.

Nur noch wenige Tage haben Armin Mößner, Roland Anton Krojer und Samuel Speitelsbach Zeit, um für sich zu werben und die Murrhardter davon zu überzeugen, der Richtige fürs Bürgermeisteramt zu sein. Am kommenden Sonntag wird gewählt. Während Armin Mößner und Roland Anton Krojer vor Ort sind und den Wahlkampf vergleichsweise klassisch angehen, stehen hinter Samuel Speitelsbachs Programm und Präsenz viele Fragezeichen.

Plakate Mößners in der Stadt sowie ein voller Terminkalender markieren den Endspurt mit Blick auf die Bürgermeisterwahl am 21. Juli. Mößner, der CDU-Mitglied ist, hat zudem eine private Homepage, auf der er Erreichtes und Ziele aufschlüsselt, ist auf Facebook und Instagram aktiv und verteilt Prospekte. Genauso wichtig ist ihm das persönliche Gespräch in Murrhardt und den Teilorten. „Auch das pflege ich regelmäßig, das läuft nicht nur im Wahlkampf.“ Bei der Frage nach Schwerpunktthemen meint er, die Wohnungsproblematik sei zurzeit zwar sehr präsent, „aber es gibt in einer Stadt nicht nur ein Thema wie beispielsweise den Klimaschutz.“ Dabei hat er den Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern, auf die konkrete Arbeit und das Erreichte verweisen zu können. Wie viel Prozent erhofft er sich? „Ich wünsche mir ein motivierendes Ergebnis, das mir auch Rückenwind für die kommende Arbeit gibt.“

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„Die Leute wachrütteln“

Roland Anton Krojer ging kurz vor den Europa- und Kommunalwahlen mit seiner Kandidatur an die Öffentlichkeit. Der Wahlkampf ist für ihn ein Spagat zwischen Berufsalltag und politischem Engagement. Dabei treibt den 53-jährigen Murrhardter, der keiner Partei angehört, eine klare Überzeugung an: Beim Klima- und Umweltschutz müssen spürbare, schnelle Fortschritte erfolgen. „Wir haben ein Problem mit unseren Emissionen, der Klimawandel und all die Folgen wie Hitze und Dürre sind hinlänglich bekannt“, sagt Krojer, der als Projektmanager für alternative und erneuerbare Energien berufliche Erfahrung zu seinem Schwerpunktthema mitbringt. „Ich möchte die Leute wachrütteln.“ Zentral sei, die Emissionen zu reduzieren; diese Kehrtwende mit den entsprechenden Konsequenzen in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu schaffen – mit oder ohne ihn als Bürgermeister –, sei für die Stadt und die Murrhardter entscheidend. In seinem Zehn-Punkte-Wahlprogramm sind dazu Vorschläge aufgeführt, wobei Krojer eine Energiegewinnung in Murrhardt vor allem aus Solaranlagen für realistisch und zukunftsfähig hält. Um eine 100-prozentige Versorgung aus regenerativen Quellen zu ermöglichen, sind nach seinen Berechnungen 2600 Dächer in Murrhardt nötig, bei den 4000 vorhandenen also machbar. Im Wahlkampf setzt er auf Flyer, sucht das Gespräch mit den Fraktionen sowie Bürgern und ist auf Facebook aktiv.

In Michelbach soll ein Netto angesiedelt werden. Lebensmittelhändler im Ort sind darüber alles andere als glücklich.

Krude Aussagen

Inwieweit der dritte Kandidat, Samuel Speitelsbach, in Murrhardt präsent sein wird, bleibt abzuwarten. Eine Anfrage in Bezug auf sein Wahlprogramm für Murrhardt und mögliche Termine blieb zunächst unbeantwortet. Der 32-Jährige, der in seiner Bewerbung als Beruf Diplomingenieur und als Wohnort Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis) angegeben hat, blickt bereits auf eine Reihe von Bewerbungen als Bürgermeister zurück.

Im Mai trat er in Gutach (Ortenaukreis) als Kandidat an, wo er sieben Stimmen bekam. Es folgte die Bewerbung in Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis) Anfang Juni, bei der es zwei Stimmen mehr waren. In den beiden Kommunen hatte der 32-Jährige mit kruden, seltsam anmutenden Aussagen auf Flugblättern sowie in einem Wahlprospekt für Irritationen gesorgt. In seinem Gutacher Wahlprogramm werben Tabea und Samuel Speitelsbach beispielsweise mit einem „10.000-Euro-Taufgeschenk für Kinder“, oder einer „städtischen Heiratsvermittlung“. Es schließt mit „Heil Christi“.

In Adelsheim tauchte auf einem Flyer als Unterzeichnerin ebenfalls Tabea Speitelsbach auf, wobei nicht klar ist, ob diese Person existiert. Adelsheimer wiesen die Redaktion des Schwarzwälder Boten darauf hin, dass sich auf dem Flugblatt auch Passagen fänden, in denen auf die „Sprengung des örtlichen Gymnasiums“ eingegangen wird und Flüchtlinge denunziert worden seien, weshalb eine Anzeige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch eine Ankündigung von Straftaten erfolgt sei. Diese hatte aber keine Konsequenzen, da laut Staatsanwaltschaft Mosbach kein Anfangsverdacht bestanden habe.

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