Die Eröffnung der Murr­arkaden liegt fünf Jahre zurück. Dort zog unter anderem ein neuer Rewe-Lebensmittelmarkt ein. Ziel war, den ursprünglichen Standort in der Weststadt zu erhalten, wenn auch in der Verkaufsfläche etwas zu reduzieren. Letzteres ist man bisher noch nicht angegangen. Dies könnte nun nachgeholt beziehungsweise die Karten könnten auch neu gemischt werden – im Zuge einer generellen Neuaufstellung.

Timo Porkert von Rewe, der das Vorhaben in der Gemeinderatssitzung vorstellte, machte deutlich, dass aus Sicht der Lebensmittelmarktkette Handlungsbedarf besteht. Das Gebäude stammt aus den 1960er-Jahren. Baulicher Zustand und energetische Situation sowie die Platzierung auf dem Gelände (Parkplätze sind um das Gebäude herum angeordnet) entsprechen nicht mehr den Erfordernissen.

Neubau soll Rewe und Norma unter einem Dach unterbringen

Um sich neu aufzustellen, erscheint ein Abriss und Neubau am sinnvollsten. Hinzu kommt die Überlegung, einen Partner mit ins Boot zu holen – in diesem Fall Norma, der an seinem Platz ganz in der Nähe keine optimale Situation vorfindet, wie Porkert sagte. Der Neubau soll beide Märkte unter einem Dach unterbringen. An dieser Stelle kommt Gerhard Beck von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung ins Spiel. An das Team erging der Auftrag, Vorhaben und Genehmigungsfähigkeit zu prüfen.

Eine Modernisierung des Standorts vor dem Hintergrund, dass dort rund 3500 Einwohner, unter ihnen viele ältere, leben, fällt für die Fachleute unter das Stichwort nachhaltige Stadtentwicklung. Denn der Nahversorgungsstandort würde so gesichert und Verkehr vermieden. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, Heizung und Belüftung entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards. Mit Norma als Partner könnte die gesamte Fläche inklusive Parkplätze neu organisiert werden, unter der Bedingung, dass an dessen Standort die Neuansiedlung eines Supermarkts ausgeschlossen wird.

In der Debatte ging es einerseits um die allgemeine Bewertung der Nahversorgungsentwicklung, andererseits um konkrete Wünsche an den künftigen Standort, sein Angebot und seine Gestaltung. Klaus Lang (CDU-FWV) verwies auf jüngste Berichte, die das Sterben von Bäckern und Metzgern zum Thema machen. „Genau in diesem Spannungsfeld bewegen wir uns auch hier. Wir müssen die Nahversorgung sicherstellen, ohne dass uns die Vielfalt wegkippt“, sagte er.

Rewe will im Neubau die eigene Verkaufsfläche reduzieren

Aber es werde durchs Projekt kein neues Angebot geschaffen und Rewe reduziere die Verkaufsfläche, Norma plane mit 800 Quadratmetern. Man könne beim Vorhaben mitgehen, auch wenn klar sei, dass dann das Ende der Fahnenstange für großflächigen Einzelhandel erreicht sei. Für Edgar Schäf (SPD) ist ausschlaggebend, dass mit der Modernisierung des Standorts die Einwohner der Weststadt künftig versorgt werden können. Die kompakte Planung für zwei Märkte sieht er positiv. „Man muss berücksichtigen, dass die Menschen auch älter werden.“

Ebenso ordnet Wolfgang Hess (UL) das Vorhaben als eines für die Bevölkerung in der Weststadt ein, da attraktive Einkaufsmöglichkeiten geschaffen beziehungsweise erhalten werden. Gut sei auch, durch eine Modernisierung Heizkosten reduzieren zu können.

Was die Bauplanung anbelangt, zu der sich Susanne Barreuther (CDU-FWV) erkundigte, konnte der Rewe-Vertreter nur sagen, dass mit einer Bauzeit von neun bis zwölf Monaten gerechnet werde und in dieser Zeit der Rewe in den Murrarkaden für die Kunden bereitstehe. Zunächst sei aber die Planung und Kostenanalyse dran. Vom Gemeinderat bekam das Vorhaben ein einstimmiges Ja mit auf den Weg, das die Stadtverwaltung nun entsprechend begleiten soll.