Gaildorf / Peter Lindau  Uhr
Rund 16.000 Besucher sehen am Wochenende spannende Rennen. Von den Lokalmatadoren schafft der Ilsfelder Maik Schaller die Qualifikation für das ADAC MX Masters und startet mit den Profis.

Einfach perfekt“ war das Motocross-Wochenende für Ralf Schweda. Der Vorsitzende des Motorsportclubs (MSC) Gaildorf hat für das Wochenende 16.000 Besucher gezählt. Damit, so Schweda, kamen im Vergleich zum Vorjahr etwa 500 Motorsportfans und Partygänger weniger auf die Wacht. Schweda geht davon aus, dass die Urlaubszeit und andere Veranstaltungen die Ursache für den kleinen Zuschauerschwund sind. Zufrieden zeigte sich auch Jürgen Jäckel. Er freute sich darüber, dass das Festzelt am Freitagabend beim Auftritt der „Südtiroler Spitzbuam“ ebenso voll wurde wie tags drauf bei der MX-Party mit „Shark“.

Wer am Wochenende auf der „Wacht“ mit dabei war, bekam auf der sportlichen Seite einiges zu sehen. Der ADAC war mit seinem Masters und den drei Nachwuchskategorien präsent. Das Fahrerfeld der europäischen Königsklasse wurde in Gaildorf durch einige Teilnehmer der Motocross-Weltmeisterschaft verstärkt. So sah man einen überragenden Jeremy Seewer über die 1650 Meter lange Naturpiste jagen. Der junge Schweizer ist in der WM-Wertung derzeit Zweiter und fuhr in Gaildorf zwei konstant gute Rennen. Zeiten um die 1,52 Minuten brachten ihm den Tagessieg und Platz 5 in der Masters-Gesamtwertung ein. Schneller als Seewer war am Rennwochenende in Gaildorf nur noch Tanel Leok. Der von seinen Fans „Estonian Express“ genannte 34-Jährige legte im ersten Masters-Lauf eine Zeit von einer Minute und 50 Sekunden vor.

Motocross in Gaildorf ADAC MX Masters auf der Wacht

Getteman bleibt an der Spitze der MX Masters

In der Masters-Gesamtwertung rangiert Tanel Leok jetzt auf Platz drei hinter dem Belgier Jens Getteman an der Spitze und dem Zweitplatzierten Deutschen Dennis Ullrich. Getteman hat mit den Plätzen sechs im ersten Lauf und Rang vier im zweiten Masters-Rennen seine Spitzenposition in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigt.

Trotz seiner überragenden Leistung bekam WM-Fahrer Jeremy Seewer nach dem Start zehn Minuten lang Dreckklumpen auf die Nase. Der vierfache Masters-Champion Dennis Ullrich zeigte einmal mehr seine Qualitäten und legte einen überragenden Start hin. So dauerte es eine Weile, bis WM-Fahrer Seewer seine Stärken ausspielen konnte und an Ullrich vorbeizog.

Insgesamt bewiesen die deutschen Fahrer in Gaildorf ihre Klasse. Neben Dennis Ullrich lieferte auch Henry Jacobi eine ordentliche Leistung ab. Das gilt auch für Tom Koch. Er wurde neben Mannschaftskapitän Max Nagl, Dennis Ullrich und Henry Jacobi von Wolfgang Thomas ins deutsche Motocross-Nationalteam berufen. Das wurde am Samstagabend bei der Vorstellung der Elitefahrer für den Großen Preis der Nationen am 28. und 29. September im niederländischen Assen bekanntgegeben.

Überragend war das Wochenende auch für einen Clubfahrer des MSC Gaildorf. Der Ilsfelder Maik Schaller qualifizierte sich am Samstag über das Last-Chance-Rennen für einen der begehrten 40 Startplätze in der ADAC MX Masters. Im ersten Rennen war Schaller rund zehn Sekunden langsamer als WM-Fahrer Seewer und landete auf dem 33. Platz. Im zweiten Rennen verbesserte er sich um zwei Sekunden, was dem 27-Jährigen Platz 28 einbrachte.

Motocross in Gaildorf Nationalteam erhält einen Korb

Der Kader für den Großen Preis der Nationen in den Niederlanden steht. Aber es fehlt ein Ersatzfahrer. Teamchef Wolfgang Thomas macht in Gaildorf seinem Ärger Luft.

Nur kleinere Blessuren bei den Fahrern

Auch Clubkamerad Kevin Winkle versuchte sich über das Last-Chance-Rennen für einen Startplatz in der Masters-Klasse zu qualifizieren. Obwohl Winkle eine ordentliche Zeit fuhr, gelang das Vorhaben nicht. Der 23 Jahre alte Murrhardter konzentriert sich jetzt auf die Fortsetzung seiner Erfolge in drei regionalen Motocross-Rennserien.

Auf der Gaildorfer Naturrennstrecke wurde in der Masters-Klasse eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 53,175 Kilometern pro Stunde gefahren. Damit waren die Rennen in Gaildorf zwar schneller als die auf Sand gefahre­nen Wettbewerbe, aber nicht zu vergleichen mit dem Tempodurchschnitt von mehr als 60 Kilometern pro Stunde, die in diesem Jahr beim WM-Lauf im russischen Orlyonok gemessen wurden und vermutlich mit eine Ursache für diverse schwere Unfälle waren.

Laut MSC-Vorstand Ralf Schweda blieb es in Gaildorf bei den Fahrern bei kleineren Blessuren. Lediglich Masters- und WM-Fahrer Max Nagl machte einen etwas bedrückten Eindruck. Ihn ereilte in dieser Saison schon früh das Verletzungspech. So blieb ihm am Wochenende auf der Gaildorfer „Wacht“ nur die Rolle des Zuschauers.

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