An vier angetriebenen Rädern und einer ordentlichen Portion Turbopower führt im Rallyesport seit dem Markensieg von Audi im Jahr 1982 mit dem Ur-Quattro kein Weg mehr vorbei. Bei der 32. Ostalbrallye am Samstag in und rund um Abtsgmünd sind auf den ersten drei Plätzen auch prompt diverse allradgetriebene Mitsubishi-Derivate zu finden. Die Tagessieger Patrik Dinkel und Felix Kießling vom AMC Coburg gingen mit einem Lancer Evo 9 an den Start. Auf Platz zwei folgte das Potzberg Motorsport Team mit Rainer Noller und Stefan Kopczyk auf Mitsubishi Lancer Evo 8. Auf Platz drei waren die ersten heimischen Fahrer zu finden. Ralf und Lars Stütz vom MSC Abtsgmünd fuhren mit ihrem Evo 8 einen beeindruckenden Wettbewerb.

Auf Rang vier taucht dann der erste Nicht-Allradler auf. Die Schorndorfer Norman und Michaela Kreuter vom Team „race: Pro Motorsport“ traten mit einem laut ballernden Citroen DS3 R3 Max an. Die französische Powerkugel ist nicht nur laut, sondern verspricht mit einem Komplettpreis von 90 000 Euro eine echte Chance, in einem Wettbewerb vorne mitzufahren. Befeuert wird das Geschoss von einem turbogeladenen Vierzylinder mit scharfer Nockenwelle. Am Ende der Gleichung stehen 210 PS und ordentliche 350 Newtonmeter Drehmoment, die allerdings nur an die Vorderräder abgegeben werden.

Motorsport Ostalbrallye um Abtsgmünd

Eigene Rallye-Sprache

Leistung ist gut, doch in einem Wettbewerb wie der Ostalbrallye sind auch fahrerisches Können und ein aufmerksamer Beifahrer gefragt. In seinen Händen liegt die Beschreibung für die Strecke. Mit Hilfe des so genannten Gebetsbuchs gibt er seinem Fahrer Hinweise. Die dabei verwendete Sprache orientiert sich an eigenen Gesetzen. Alle Hinweise müssen kompakt und schnell erfolgen. So hört man aus den Autos Ansagen wie „Links 2 plus, macht zu über Kuppe. 150, Bremsen vor Schild in rechts 4 minus.“ Normale Autofahrer können damit nichts anfangen. Doch wer diese Sprache beherrscht, ist mit Hilfe des Gebetbuches auf den Abtsgmünder Waldpisten schnell unterwegs.

In der motorsportlichen Rallye 70 warteten am Samstag auf 65 Teams 144 Kilometer Herausforderung. Die schnellsten spulten das Programm nach 38:34.1 Minuten ab und konnten feiern. Zur 32. Ostalbrallye von MSC Abtsgmünd, MSC Untergröningen, AMC Schwäbisch Gmünd und Racing Team Mögglingen gehörte aber auch eine Retro-Rallye. Hier kam es auf Gleichmäßigkeit an. Unter 38 Teams wichen Manfred Adolfs und Werner Neugebauer mit ihrem Ford Escort Mk II gerade mal 0,36 Sekunden von der Sollzeit ab.

Platz zwei ging an Udo Wagner und Sebastian Kurz mit ihrem BMW E36 und einer Abweichung von der Sollzeit von gerade mal 0,58 Sekunden. Auf den dritten Rang fuhren Sebastian und Denise Dietz aus Lambsheim ebenfalls mit einem BMW E36. Auf einen klassischen Hecktriebler des Typs BMW E30 320is setzte in der Rallye 70 auch ein Team des MSC Untergröningen. Sven Kress und Carina Kohler fuhren auf Rang sechs. Damit waren sie nur eine Position schlechter als die Vorjahressieger Roland Macht und Klaus Roßdeutscher auf ihrem bärenstarken Mitsubishi Evo 9. Das Team mit der Startnummer eins war auch in diesem Jahr schnell unterwegs, doch dann stellten sich bei dem Japaner technische Probleme ein. Das warf die Favoriten schnell auf Platz 8 zurück. Bei der 33. Ostalb­rallye am 28. März 2020 haben Macht und Roßdeutscher die Chance auf Revanche.

Motorsportlich ist im Kochertal bis dahin jedoch keineswegs Pause. Die Motorsportvereine aus dem Ostalbkreis veranstalten unter anderem die Ostalb-Sprengelmeisterschaft im Automobil-Slalom. Zudem richtet der Motorsportclub Untergröningen am 3. August diesen Jahres den nächsten Rallyesprint aus.

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