Für Motorradfahrer gilt der Schwäbische Wald als Paradies. Bevorzugte Strecken sind etwa die Bundesstraße 19 durch das Kochertal oder die Landesstraßen 1066 und 1050 im Rottal. Doch entlang dieser Routen wächst der Unmut vieler Bürger: Sie leiden erheblich unter der von Motorradfahrern verursachten Lärmkulisse.

Die Mehrheit fährt vernünftig

Weil sich seit Jahren die Situation nicht entspannt, hat sich die öffentliche Debatte verschärft. Wobei es vielfach die Falschen trifft: Nach Beobachtungen von Polizei und Bürgern fährt die „große Masse“ der Biker moderat, hält sich an Tempolimits, verzichtet auf waghalsige Überholmanöver und unnötigen Lärm – und verspürt dennoch einen Genuss. Trotzdem sind auch sie Kritik ausgesetzt.

Der Gaildorfer SPD-Kreisrat Karl Eichele, der sich seit Jahren um eine Lösung des Konflikts bemüht, ist sich dessen bewusst: Ihm gehe es nicht darum, schreibt er an Bürgermeister Frank Zimmermann und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen, pauschal alle Motorradfreunde zu verurteilen, „sondern für Sensibilität im Sinne der Anwohner an unseren Straßen zu werben“. Fast in jede Richtung „kann von Klagen über das Fehlverhalten Einzelner berichtet werden“.

Gaildorf

Eichele hatte im vergangenen Jahr bereits angeregt, über die Anschaffung sogenannter Motorradlärm-Displays nachzudenken, „um eine dauerhafte Lärmminderung zu erreichen“. Solche Geräte scheinen offenbar ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Zumal sich diejenigen Biker, die „nur“ gedankenlos unterwegs sind, durch einen Warnhinweis einsichtig zeigten. Wer allerdings mit Vorsatz rücksichtslos etwa durch Bröckingen „heizt“, der wird Appelle an die Vernunft ignorieren.

Mit einem Antrag der SPD-Kreistagsfraktion, zwei derartige Geräte durch den Landkreis beschaffen zu lassen, konnte sich die Mehrheit der Bürgermeister im Kreis während ihrer Dienstversammlung im März nicht anfreunden. Denn laut Hersteller, der Firma RTB, seien nur durch längerfristigen Einsatz an einem Standort Erfolge zu erzielen, bei wechselnden Einsätzen in mehreren Gemeinden werde das erfahrungsgemäß nicht erreicht.

Mit Polizei Standorte ermitteln

Nun wollen zum Beispiel die Bürgermeister Markus Bock für Sulzbach-Laufen und Frank Zimmermann für Gaildorf solche Geräte, die rund 15.000 Euro kosten werden, anschaffen lassen.

Wo die warnenden Displays letztlich installiert werden, das müsse noch mit der Verkehrspolizei „und unseren kommunalpolitischen Akteuren“ erörtert werden, wie Rathauschef Zimmermann an Kreisrat Eichele über das „leidige Thema“ Motorradlärm schreibt.

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