Oberrot Mit Anglern und Jägern auf der Pirsch

Die Biologin Anna Dewert vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg erklärt ein Fisch-Präparat. Sie war eigens mit dem Fischmobil angereist.
Die Biologin Anna Dewert vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg erklärt ein Fisch-Präparat. Sie war eigens mit dem Fischmobil angereist. © Foto: Andreas Balko
Oberrot / Andreas Balko 11.06.2018
Unterricht der besonderen Art: In Oberrot gestalten Fischer und Jäger eine Biologiestunde an der Rot. An fünf Stationen lernen die Kinder Tiere und Gewässer kennen.

Die Schülerinnen und Schüler der dritten bis sechsten Klassen an der Grund- und Werkrealschule Oberrot erlebten in der vergangenen Woche einen besonders anschaulichen und sinnenhaften Biologieunterricht. Ausgestattet mit Gummistiefeln ging es von der Schule zum Flüsschen Rot. Dort warteten Mitglieder des örtlichen Fischereivereins sowie Angehörige der Jägerschaft. Gemeinsam hatten sie unter dem Motto „Fischer machen Schule“ fünf Stationen über das Leben in und an der Rot vorbereitet.

Dabei hatten sie keinen Aufwand gescheut. Anna Dewert vom Landesfischereiverband Baden- Württemberg e.V. war eigens mit dem Fischmobil angereist. Die studierte Biologin führte die Jungs und Mädchen pädagogisch geschickt auf spielerische Weise in die Fisch- und Vogelwelt der Gewässer ein.

Beim Jagdverband hatten die Initiatoren des Projekttags viele Präparate von Tieren ausgeliehen, die an den Flüssen ihren Lebensraum haben. Sie wurden am Ufer der Rot interessant präsentiert. Außerdem gab es Spannendes über die Jagd zu erfahren. Dabei konnten auch Felle gefühlt und Geweihe angefasst werden. Besonders gut kam Jagdhund Attila an, den die Kinder streicheln und füttern durften.

An einer weiteren Station lernten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Angelmethoden kennen sowie Utensilien, die man zum Fischen benötigt. Lebendige Krebse konnten begutachtet und, wenn man mutig genug war, sogar angefasst werden. Am Beispiel der Krebse erfuhren sie auch, was passieren kann, wenn fremde Tierarten in die heimische Lebenswelt eingeschleppt werden. Die Signalkrebse wurden einst aus Amerika importiert und haben sich stark ausgebreitet. Mittlerweile gefährden sie einheimische Krebsarten in ihrem Bestand. Außerdem dezimieren sie kleinere Fische, wo sie in großer Zahl auftreten.

Um das Innenleben der Fische ging es bei einer weiteren Sta- tion. Dazu war eigens ein am Morgen frisch gefangener Karpfen sachkundig aufbereitet worden. So konnten die Schüler die Fisch-Anatomie besser begreifen. Auch hier war Anfassen erlaubt.

Schließlich durften die Kinder und Jugendlichen bei einer Sta- tion im Flüsschen Kleinlebewesen im Wasser keschern und diese unter fachkundiger Hilfe der Fischer bestimmen. Neben Bachflohkrebsen und Köcherfliegenlarven gab es auch Eintagsfliegenlarven, Napfschnecken und Strudelwürmer zu bestaunen.

„Der Fischertag ist viel spannender als normaler Schulunterricht“, darin waren sich die Schülerinnen und Schüler einig. Begeistert und aufmerksam lauschten sie den Ausführungen der Fischer und Jäger und stellten viele Fragen. Vielleicht gewinnt ja auch der Fischereiverein mit seinem großen Engagement an der Schule das ein oder andere Jungmitglied. Dann hätten beide Seiten von der Aktion profitiert.