Gaildorf Mehr Flüchtlinge nach Gaildorf

In dieser Produktionshalle im Brühl sollen in zwei Schlafräumen insgesamt mehr als 140 Flüchtlinge vorübergehend eine Notunterkunft erhalten.
In dieser Produktionshalle im Brühl sollen in zwei Schlafräumen insgesamt mehr als 140 Flüchtlinge vorübergehend eine Notunterkunft erhalten. © Foto: Hans Buchhofer
Gaildorf / HANS BUCHHOFER 20.10.2015
Dicke Luft im Sitzungssaal des Gaildorfer Rathauses. Zwei Baugesuche dokumentieren: Es werden weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet. Anwohner sind verärgert, sie wurden nicht informiert.

Alle Besucherplätze im Sitzungssaal des Rathauses sind besetzt, als die Sitzung des Technischen Ausschusses beginnt. Das Interesse gilt den beiden Tagesordnungspunkten "Nutzungsänderung und Umbau der bestehenden Versammlungsstätte zu einem Übergangswohnheim in der Uhlandstraße" und "Nutzungsänderung und Umbau einer bestehenden Produktionshalle zu einer Notunterkunft im Brühl in Unterrot".

Als Sprecherin der Anwohner im Bereich Seestraße/Uhlandstraße verlangt Gabi Munz von Bürgermeister Frank Zimmermann Auskunft über das Thema - die Zahl der Flüchtlinge, die dort untergebracht werden sollen, über den Mietvertrag, warum schon vor dem möglichen Einvernehmen - über das der Ausschuss zu befinden hat - dort gearbeitet werde. Frank Zimmermann kann nur an die Zuständigkeit des Landratsamts verweisen, das verzweifelt nach Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge suche. Aus dem Baugesuch, das den ehemaligen "Königreichssaal" der Zeugen Jehovas betrifft, lasse sich schließen, dass dort Raum für 34 Personen geschaffen werden soll.

Die Bauarbeiten werden nach Kenntnis des Bürgermeisters im Dezember oder im Januar abgeschlossen sein, die Aufnahme erfolge im Februar. Den Plänen zufolge ist ein Zimmer für Verwaltung und Beratung vorgesehen, ebenso für einen Hausmeister, der aber nicht ständig vor Ort sei.

Bürgermeister Zimmermann sichert zu, sich um ein Gespräch mit dem Landratsamt und den Anwohnern zu bemühen. Er macht aber auch deutlich, dass das Baugesuch in einem sogenannten Mischgebiet liege, und daher sei ein Wohngebäude zulässig. Rein planungsrechtlich spreche nichts gegen die beantragte Nutzungsänderung, und daher müsse der Ausschuss - ob er wolle oder nicht - für die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens votieren. Das sehen in diesem Fall auch die Stadträte so. Am Ende der Debatte sagt der Ausschuss ja.

In der Produktionshalle im Brühl in Unterrot sollen in zwei Schlafräumen 81 und 62 Plätze eingerichtet werden - als Notunterkunft. Das heißt konkret: Die Flüchtlinge sollen nur kurze Zeit dort untergebracht sein und werden dann auf andere Quartiere verteilt. Bis zum 31. Dezember 2019 soll die Nutzungsänderung gelten. Mit sechs Ja- und fünf Neinstimmen wird dieser Antrag angenommen.