Gaildorf / KLAUS MICHAEL OSSWALD  Uhr
Im Zusammenhang mit weiteren Planungen im Gaildorfer Sanierungsgebiet "Stadtmitte IV" gibt es aus den Reihen der Masterplan-Arbeitsgruppe sehr interessante Signale, die aufhorchen lassen.

Seit der Mensch die Wasserkraft zu schätzen verlernt hat, werden vielerorts Flüsse nicht mehr wie früher als "Lebensadern" wahrgenommen. Diese in vielerlei Hinsicht verhängnisvolle Entwicklung zu korrigieren, brächte einer Kommune wie Gaildorf, deren größtes Kapital einst der Kocher war, viele Vorteile. Ein Thema, mit dem sich der sogenannte Handlungsschwerpunkt 2 der Masterplan-Arbeitsgruppe ausführlich befasst.

Daraus erwachsen ist nun ein Antrag zur Neugestaltung der Kocheraue. Dabei beschränken sich die engagierten Bürger nicht auf Gedankenspiele. Sie haben sich im Land umgesehen und am Ende ihre Erkenntnisse mit den Potenzialen verglichen, die in Gaildorf noch schlummern. Ihr Fazit: Die Gaildorfer Kocheraue etappenweise zu einer Art Erholungsmeile auszubauen, "ist mittel- bis langfristig denkbar". Ihren Optimismus schöpft die Gruppe aus Erkenntnissen, die sich im Bereich des neuen Neckarufers in Horb gewonnen haben, und dem Beschluss, zwischen Kocherbrücke und Steg in Gaildorf einen neuen Geh- und Radwegabschnitt zu bauen.

Wolfgang Schick, einer der Arbeitsgruppen-Sprecher, gerät richtig ins Schwärmen, wenn er von den Ideen seiner Mitstreiter spricht: "Gaildorfs Kocheraue ist eine Perle, die entdeckt und entwickelt werden will." Langfristig könne dieser Bereich zum Ersatz für den durch das Schulzentrum in den vergangenen Jahrzehnten stark reduzierten Schlosspark werden.

Gerade der Abschnitt zwischen Münster und Wertstoffhof biete "weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten". Flussaufwärts sei das Kocherwegle schon heute ein viel begangener Pfad, und flussabwärts biete sich das Ufer zur weiteren Gestaltung an. Das Ziel, so das aufschlussreiche Papier der Arbeitsgruppe, "kann ein Rundweg sein, der von Münster bis in den Bereich des Wertstoffhofs führt".

Sicher sei die Gestaltung des Kocherufers eine aufwendige Sache. Sie werde jedoch auf der anderen Seite der Stadt einen erheblichen Zuwachs an Attraktivität bringen. Und sollte es der Stadt als Unterzentrum gelingen, als Grünprojekt des Landes Baden-Württemberg ausgewählt zu werden, gäbe es weitreichende Unterstützung durch das Land. Da die Grünprojekte bis 2025 bereits vergeben sind, "hätte die Stadt genügend Zeit, sich langfristig auf ein solches Projekt vorzubereiten". Eine erfolgreiche Bewerbung für 2027 oder 2029 "wäre für Gaildorf ein wahrer Quantensprung", heißt es in dem Antrag weiter.

Landesgartenschauen und Grünprojekte von 2006 bis 2025