Oberrot Magerer Rücklauf der Bürgerbefragung zur Gemeindeentwicklung in Oberrot

PETER LINDAU 09.07.2014
Mit einer Beteiligungsquote von nur 7,5 Prozent fällt der Rücklauf auf die Bürgerbefragung zur Gemeindeentwicklungsplanung in Oberrot mager aus. Doch Bürgermeister Bullinger sieht auch etwas Positives.

Wenn sich Bürger von Oberrot mit ihrer Meinung zurückhalten, könnte das vielleicht auch ein Zeichen dafür sein, dass sie im Großen und Ganzen zufrieden sind. Bürgermeister Daniel Bullinger sieht in der Auswertung von 42 online und 68 konventionell auf Papier ausgefüllten Fragebogen durchaus verwertbare Aspekte.

Arbeit auf vier oder fünf Themen konzentrieren

An diesen möchte Klaus Kübler anknüpfen. Er fordert, dass die Mitglieder des neuen Gemeinderates "vier, fünf Themen fokussieren und umsetzen". Auch Uli Roll hält diesen Weg für sinnvoll. Einen Zeitplan für die Umsetzung des Gemeindeentwicklungsplans gibt es bereits. Nach der Klausurtagung des Gemeinderates am 7. und 8. November am Ebnisee sollen Arbeitsgruppen gebildet werden. Eine Abstimmung mit dem Moderatoren ist für Januar 2015 vorgesehen. Die Gremien sollen dann im Februar und März beraten und die Ergebnisse im April und Mai präsentieren. Enden wird der gesamte Prozess im Juli 2015 mit der Beschlussfassung im Gemeinderat.

Rudolf Heizenreder zeigte sich angesichts der geringen Beteiligungsquote "total enttäuscht". Das offensichtliche Desinteresse der Bürger, sich aktiv an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, sei für einen Gemeinderat schlicht "frustrierend". Heizenreder erinnerte an das vorangegangene Umfrageprojekt "Oberrot ist voller Energie". Auch hier sei die Bürgerbeteiligung ein "Flop" gewesen.

Dass eine Umfrage auch anders ausgehen kann, wusste Jürgen Mühlbacher von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH zu berichten. Er ist vom Gemeinderat mit der Auswertung der Fragebogen beauftragt worden. In Rosengarten, so Mühlbacher, habe der Rücklauf bei einem ähnlichen Projekt mehr als 20 Prozent betragen.

Das Ergebnis der jüngsten Umfrage in Oberrot habe nicht wirklich Neues ergeben, stellte Klaus Kübler fest. Die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich beispielsweise eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs und eine qualitativ hochwertige Breitbandversorgung für schnelles Internet. Die "tägliche Versorgung" wird als "eher gut" bis "sehr gut" eingestuft, das Angebot an Arbeitsplätzen dafür mit der Tendenz in Richtung "eher schlecht". Auch die Gastronomie erhielt einen Minuspunkt.